Mönchengladbach: Der neue Römerbrunnen
VON INGE SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 03.09.2008Mönchengladbach (RPO). Neuer Name, neue Farbe: Der Berliner Eigentümer Grand City hat die Hochhaussiedlung an der Giesenkirchener Straße optisch aufgepeppt und in Carolina Park umgetauft. So versucht er, das Image aufzupolieren.
Anton Medad blickt auf die elf Wohntürme des Römerbrunnens und sagt versonnen: „Diese Häuser brauchen Farbe und Liebe.“ Und – aus Imagegründen – einen neuen Namen. Der prangt bereits weithin sichtbar auf dem Haus Nummer 5: Carolina Park. Und hat inder Tat etwas mit großem Gefühl zu tun.
Carolina hieß die Jugendliebe von Reinhardt Sindermann, und sie lebte im Römerbrunnen. Sindermanns Architekturbüro ist mit der Sanierung und Modernisierung des Hochhaus-Areals an der Giesenkirchener Straße beauftragt. Anton Medad ist Repräsentant der neuen Römerbrunnen-Eignerin Grand City Property Management mit Sitz in Berlin.
Medad selbst lebt seit sieben Monaten in einem der Hochhäuser – und das offenbar gern. „Ich mag das Zusammenleben der vielen Nationalitäten“, sagt er. „Ich genieße die Lage und den wunderschönen Ausblick.“
Frischer Anstrich, frischer Geruch
Der ist in der Tat phänomenal. Beispielsweise aus den Fenstern der achten Etage im Hochhaus Nummer 5. In diesem Turm werden derzeit alle Wohnungen renoviert: neue Bäder, neue Böden, neue Heizungen. Auch das Treppenhaus und die Flure haben einen frischen Anstrich erhalten. Das Gerümpel, das früher alle Wege versperrte, ist weg, ebenso der strenge Geruch.
„Jeden Morgen werden alle Treppenhäuser von oben bis unten geputzt“, sagt Medad. 50 neue Mieter habe die Verwaltung des Römerbrunnens – beziehungsweise Carolina Parks – in den vergangenen Monaten bereits gewinnen können, sagt Medad.
Eigentümer Grand City wirbt mit dem Slogan „Wohnen in neuem Licht“. Drei Wohnungstypen – vom Appartement bis zur Fünf-Zimmer-Wohnung – werden angeboten: modern, klassisch und zeitlos. Geworben wird aber auch mit der Infrastruktur, dem vielen Grün und den Spielmöglichkeiten für Kinder im autofreien Areal.
Insider sind erstaunt darüber, wie viel in kürzester Zeit am Römerbrunnen passiert ist. Und vor allem, wie wenig wieder zerstört wurde. Das hat sicher mit der Videoüberwachung zu tun, wohl aber auch mit dem Einsatz, der vor Ort gezeigt wird. Außerdem hat Grand City 20 arbeitslosen Mietern Jobs auf Zeit gegeben. Sie arbeiten in der Verwaltung und der Bauabteilung des Eigentümers. Das schafft nicht nur Baufortschritt, sondern auch Identifikation mit dem Wohnort.
Oberbürgermeister Norbert Bude hat sich vor zwei Tagen über die Fortschritte am Römerbrunnen informieren lassen. „Ich habe ein gutes Gefühl“, sagt er. „Zum ersten Mal wurden nicht nur Versprechen gemacht, sondern auch eingehalten.“
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