Mönchengladbach: Der tierische Kindergarten
VON WILJO KRECHTING - zuletzt aktualisiert: 24.07.2010Mönchengladbach (RPO). Im Tierpark in Odenkirchen sind in den vergangenen Wochen viele Tierkinder geboren worden. Besonders freut sich Leiter Norbert Oellers über den Luchs-Nachwuchs, der 15 Jahre lang auf sich warten ließ.
Ein wenig zögerlich schaut die kleine Lisa in den hohlen Baumstamm im Luchsgehege des Tierparks Odenkirchen. Das Mädchen ist nur wenige Meter von der hölzernen Öffnung des Stammes entfernt und sehr gespannt. Als Tierpfleger Norbert von Dahlen im Gehege vorsichtig auf den Stamm klopft, kommt aus der Öffnung plötzlich ein kleines Fellknäuel hervor. "Oh, wie süß", entfährt es der kleinen Lisa, und mit ihr freuen sich 20 Kinder der Zeppelin-Schule, die heute im Rahmen der Ferienbetreuung den Tierpark besuchen.
Und dazu haben sie sich einen ganz besonders tollen Tag ausgesucht, denn in den vergangenen Wochen sind viele Tierkinder zur Welt gekommen. Ganz besonders stolz ist Tiergartenleiter Norbert Oellers dabei auf die beiden Luchs-babys, die vor acht Wochen zur Welt gekommen sind: "Die Luchse sind schon in der Tat eine kleine Attraktion, denn seit 15 Jahren hatten wir keinen Nachwuchs bei den Raubkatzen mehr."
Die Mutter der beiden weiblichen Luchs-Kinder stammt ursprünglich aus einem Wildpark in München und ist erst seit einem halben Jahr in der Odenkirchener Anlage zu Hause. Der Vater stammt aus Hellenthal in der Eifel. "Es ist in Gefangenschaft normalerweise sehr schwer, das passende Pärchen zu finden. Umso glücklicher sind wir, dass es mit den beiden geklappt hat. Und das beste: Dadurch, dass die Eltern aus ganz unterschiedlich Gegenden kommen, haben wir auch noch eine Inzucht vermieden, wie sie häufig in Tierparks vorkommt", sagt Oellers.
Die Mutter war zwei Monate lang mit den beiden Luchsen trächtig. Mittlerweile haben sie bereits die ersten Impfungen hinter sich: Katzenschnupfen und Tollwut. Sie haben kräftigen Appetit und entwickeln sich prächtig. Bei der Geburt wogen sie nur 50 bis 60 Gramm und waren blind. "Und jetzt sehen sie aus wie richtige kleine Katzenbabys", bemerkt der kleine Jan-Luca, von der Zeppelin-Schule, der selbst eine Katze zuhause hat und sich deshalb bestens auskennt.
Neben den Luchsen gibt es im Tierpark noch viele weitere Tierkinder: vierzehn Zebramangusten, ein wenige Tage altes Pony, zwei Wisente, zwei Lämmer, ein Kapuzineräffchen und noch weitere. "Oft kann man nicht sagen, wann ein Tier trächtig ist. Dann ist es immer eine Überraschung wenn man morgens ins Gehege kommt", sagt Norbert Oellers.
Ein Besuch im Tierpark lohnt sich zurzeit besonders für Familien. Ein besonderes Highlight: "Für ein Wisent, den kleinen Kapuzineraffen, das Pony und die Luchse können noch Tierpatenschaften übernommen werden. "Wer Pate ist, darf sich dann den Namen aussuchen", verspricht Oellers.
Informationen unter Tel. 02166 601474
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport,
Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder,
Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.



