Mönchengladbach: Der Zirkus als Stunt-Show
VON SEMIHA ÜNLÜ - zuletzt aktualisiert: 27.05.2010Mönchengladbach (RPO). Bei der Premiere des Circus Krone gestern im Nordpark sprangen todesmutige Akrobaten durch brennende Reifen. Andere türmten sich zu menschlichen Pyramiden auf. Und grazile Tänzerinnen schwangen sich auf Schwergewichte.
Der Atem stockt gleich zu Beginn der Show im Spielzelt: Auf Kommando stürzt sich in der Manege eine der drei schwergewichtigen Elefantendamen auf den Kopf. Auf ihrem Rücken sitzt dabei eine grazile Tänzerin in einem pinkfarbenen Frack und wirft ihren Kopf anmutig in den Nacken. "Ich dachte, die würde hinfallen", ruft die achtjährige Diana Pieper, während sie sich vor Spannung noch immer die Hände vor den Mund hält. "Alles ist genau durchgeplant", erklärt Mutter Katrin Pieper, "da kann nichts passieren oder sollte zumindest nichts passieren." Auch Vater Thomas starrt konzentriert auf das Spektakel vor seinen Augen: In der Manege bauen sich gerade neun Akrobaten zu zwei menschlichen Pyramiden auf. "Ich bin heute zum ersten Mal im Zirkus, und bin sehr überrascht: Das ist alles wie eine große Stunt-Show."
Nervenkitzel und Kuschelmomente
Der Traditionszirkus Krone ist für die halsbrecherischen Stunts seiner Künstler und Akrobaten bekannt. So springt etwa ein Akrobat durch einen brennenden Reifen. "Im Fernsehen habe ich so etwas natürlich schon oft gesehen, aber live ist das ein ganz anderes Gefühl", sagt Familienvater Thomas (38). Ehefrau und Mutter Katrin findet, dass die Bühnenshow für jedes Familienmitglied etwas bietet: "Wir kriegen hier sehr viel Nervenkitzel geboten, es gibt aber auch viele schöne, kuschelige Momente: Wenn etwa die Elefanten sich plötzlich ganz leise auf den Boden werfen."
Klein-Diana hat schon vor einigen Wochen die Plakate für den Zirkus in der Innenstadt gesehen: "Ich will unbedingt den weißen Löwen sehen", sagt die Achtjährige, "der heißt Tonga."
Auch aus pädagogischer Sicht kann Mutter Katrin der Zirkus-Show etwas abgewinnen: "Ich finde es toll, dass meine Kleine sieht, was man mit viel Disziplin und Ausdauer alles erreichen kann. Die Künstler sind bessere Vorbilder, als die bei den ganzen Casting-Shows, die nichts können." Eine Sache war ihr dann aber doch zu viel: "Die Tänzerinnen haben die ganze Zeit sehr aufgesetzt gelächelt. Das fand ich zu übertrieben."
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