Mönchengladbach: Derby: Polizei ermittelt gegen Kollegen
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 18.03.2009Mönchengladbach (RPO). Nach dem Fußballspiel Köln gegen Mönchengladbach, bei dem es zu schweren Ausschreitungen kam, ermittelt die Polizei nun auch gegen einen Kollegen. Dem Beamten aus einer Hundertschaft wird vorgeworfen, zu hart gegen einen jungen Mann vorgegangen zu sein, der an einer der Schlägereien beteiligt gewesen sein soll.
Aus welcher Stadt der Polizist kommt, mochte Winfried Südkamp, Sprecher der Kölner Polizei, am Dienstag nicht sagen. Nur so viel: "Aus Köln stammt er nicht." Seit Sonntag sind die "Szenekundigen Beamten (SKB)" beider Bundesligastandorte mit der Auswertung des vorhandenen Videomaterials befasst. Polizeidirektor Rohmer, Leiter des Fußballeinsatzes: "Auf den Videos sind sowohl so genannte Alt-Hooligans als auch junge ,Gewalttäter Sport' zu sehen, die wir bislang noch nicht kennen."
Die Ermittlungen zur Identifizierung der Verdächtigen dauerten noch an. Gegen einige Randalierer sei bereits Strafanzeige gestellt geworden. Insgesamt waren am Rande des rheinischen Derbys 25 Problemfans fest- und 17 in Gewahrsam genommen worden. Acht Polizisten und ein Unbeteiligter wurden verletzt. Darüberhinaus entstand "erheblicher Sachschaden".
Gegen 12.40 Uhr waren laut Kölner Polizei etwa 900 bis 1000 offensichtlich gewaltbereite Fans in Mönchengladbach in den Zug gestiegen – "deutlich mehr als erwartet". Eine, eigentlich in anderer Angelegenheit eingesetzte Hundertschaft war daraufhin zur Verstärkung gerufen worden, um die Gladbacher Fans am Bahnhof in Empfang zu nehmen.
Als polizeiliche Aufklärer dann von einem plötzlichen Zuwachs bei den Kölner Problemfans berichteten, wurde eine weitere Hundertschaft hinzugezogen. Trotz der starken Polizeipräsenz (insgesamt fünf Hundertschaften) seien die Fans aufeinander losgegangen. Die Beamten hätten zum Teil zu Schlagstöcken und Reizgas greifen müssen, um die gegnerischen Gruppen zu trennen, so die Polizei in Köln.
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