Mönchengladbach: Derby: Verbote für Gewaltfans
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 31.03.2011Mönchengladbach (RPO). Zum Spiel Borussia gegen Köln wird es wieder ein massives Polizeiaufgebot geben. Zur Sicherheit verhängt die Stadt ein flächendeckendes Glas- und Dosenverbot. 145 gewalttätige Fans dürfen gar nicht erst anreisen.
Die Situation ist zwar nicht so explosiv wie vor anderthalb Jahren, dennoch bedeutet das rheinische Derby am 10. April in Mönchengladbach eine "enorme Kraftanstrengung" für die Polizei. Über 1000 Beamte sind an dem Tag im Einsatz, um für die Sicherheit der überwiegend friedlichen Fans zu sorgen. "Wir werden an den Bahnhöfen, in den Innenstädten und am Fußballstadion präsent sein, um die Fanströme zu trennen", sagt Reinhard Lenzen-Fehrenbacher, Einsatzleiter der Polizei. Als gewalttätig bekannte "Fans" werden an dem Tag gar nicht erst anreisen dürfen. Per Ordnungsverfügung wurden gegen 103 Kölner und 42 Mönchengladbacher Betretungsverbote ausgesprochen. Sollte es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen dennoch zu Tumulten und Auseinandersetzungen kommen, appelliert die Polizei an alle friedlichen Fans, sich schnell und deutlich von den gewaltbereiten Gruppierungen zu trennen.
Unterstützung vom Fanprojekt
Polizeidirektor Lenzen-Fehrenbacher ist froh, dass die Partie Borussia gegen den 1. FC auf einen Sonntag gelegt wurde: "Das macht die Lage zwar nicht entspannt, aber entspannter." Weil an einem Sonntag Einkaufs- und Berufsverkehr weitgehend wegfallen, können sich die Ordnungskräfte auf die Fanströme konzentrieren. Die werden schon ab Köln ins Visier genommen. Im Bahnhof und auf der Bahnstrecke nach Mönchengladbach sorgt die Bundespolizei für Ordnung. Insgesamt werden rund 6500 Kölner Fans erwartet. Für sie setzt die Bahn am 10. April zwei Sonderzüge ein.
Alle Einsatzmaßnahmen will die Polizei nicht verraten. Man sei gerade bei der Feinabstimmung, erklärt Lenzen-Fehrenbacher. Änderungen seien jederzeit möglich. Wie beim Derby vor anderthalb Jahren in Mönchengladbach werde aber wieder ein Hubschrauber eingesetzt – nicht alleine, um Störer zu finden, sondern auch zur Verkehrsüberwachung, sagt der Polizeidirektor. "2009 hatte es vor dem Derby im Internet viele Aufrufe zu Gewalt gegeben", sagt Polizeisprecher Peter Spiertz. Der Grund war das öffentliche Verbrennen einer zuvor gestohlenen Fan-Fahne. Bis jetzt gebe es keine Androhungen von großen Ausschreitungen, so Spiertz. Deshalb werde die Polizei zwar deutlich präsent sein, aber nicht in dem Ausmaße wie damals.
Trotzdem wird die Stadt auch diesmal ein flächendeckendes Verbot verhängen: Alkohol darf zwar außerhalb des Stadions getrunken werden, aber in den Innenstädten von Rheydt und Gladbach sowie im Stadionumfeld darf niemand Gläser, Flaschen oder Dosen bei sich tragen. Das gilt auch in den Zügen zum Spielort und in den Bahnhöfen. In den Gaststätten und Lokalen der ausgewiesenen Zonen darf das Bier zwar noch im Glas oder aus der Flasche getrunken werden. Mit rausnehmen? Geht nicht. "Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Dosen, Flaschen und Gläser immer wieder als Wurfgeschosse genutzt werden und dass dabei auch immer wieder Unbeteiligte verletzt werden", sagt Ordnungsamtsleiter Reinhold Gerhards.
Gelobt wurde von der Polizei die gute Zusammenarbeit mit dem Fanprojekt und den Fanbetreuern. Auch dort werde eindeutig zwischen friedlichen und gewaltbereiten Fans differenziert, so der Polizeidirektor.
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