Mönchengladbach: Deutsche Bahn setzt neue Überführung ein
VON THOMAS GRULKE - zuletzt aktualisiert: 02.11.2009Mönchengladbach (RPO). Nach 50 Stunden durchgehender Arbeit war es gestern Nacht gegen 4 Uhr geschafft: Die Deutsche Bahn hat die neue Eisenbahnüberführung auf der Strecke zwischen Rheydt und Odenkirchen eingesetzt.
Mit dem Neubau soll die Umgehungsstraße "Mittlerer Ring" vom Stapper Weg bis zur Duvenstraße verlängert werden. Bereits seit September 2008 laufen die Bauarbeiten an der Bahnstrecke. Nun konnte der neue Überbau aus Spannbeton, der in den letzten Monaten neben dem Streckengleis erstellt worden war, eingeschoben werden.
25 Arbeiter beteiligt
"Wir liegen im Zeitplan, werden aber sicher nicht vor 4 Uhr fertig sein", sagte Karl-Heinz Hackenbroich gestern Nachmittag. Der Bauüberwacher der Bahn war zufrieden mit dem reibungslosen Ablauf der vielen parallel verlaufenden Erstellungsschritte, an denen ständig bis zu 25 Arbeiter beteiligt waren. Zudem kamen ein großer Auto-Kran sowie zwei Bagger zum Einsatz. Am Samstag musste zunächst die Brücke eingeschoben und abgesenkt werden. Ein Vorgang, der sich über viele Stunden hinzog. "Der Überbau wird Millimeter für Millimeter in die richtige Position gebracht. Dabei sitzt er zunächst noch auf den Pressen, mit denen er eingeschoben worden ist", erklärte Hackenbroichs Kollege Franz-Josef Bittl, der den Vorgang überwachte. Nach dem erfolgreichen Einschub musste die Brücke noch rund 30 Zentimeter abgesenkt werden. Danach wurde mit Hilfe einer Stopfmaschine und schnell bindendem Zement der Neubau befestigt werden, während auf der Brücke die Gleise sowie die Oberleitung wieder hergestellt wurden. Während der gesamten 50 Stunden war die Strecke zwischen Rheydt und Odenkirchen gesperrt.
So startete der Regionalexpress von Mönchengladbach nach Koblenz am Wochenende erst in Odenkirchen. Von dort verkehrten Busse im Schienenersatzverkehr bis zum Mönchengladbacher Hauptbahnhof. Derweil war der Güterverkehr großräumig umgeleitet worden. Zudem mussten die Anwohner trotz der modernen Baumaschinen am Wochenende mit einer erhöhten Lärmbelästigung leben. "Das lässt sich leider nicht völlig ausschließen", sagte Bittl, der aber genau wie sein Kollege Hackenbroich am nächsten Tag keine Beschwerden hörte. Die Bahn hatte zudem im Vorfeld die Behörden informiert und im Umkreis von 500 Metern Handzettel an die Anwohner verteilt.
Seit 4 Uhr ist die Strecke nun wieder frei gegeben. "Der Einschub der Brücke war unsere Hauptaufgabe", sagte Bittl, der zudem froh über das gute Wetter war, denn "nasskalte Bedingungen mindern zwangsläufig die Arbeitsleistung". Allerdings ist die Bahn an der Baustelle weiterhin beschäftigt. "Wir müssen hier jetzt vor allem noch Aufräumarbeiten erledigen", sagte Bittl. Doch mit der Fertigstellung der neuen Eisenbahnüberführung ist ein wichtiger Schritt für den Bau der Umgehungsstraße in Odenkirchen auf jeden Fall schon einmal gelungen.
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