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Mönchengladbach: Dicke Luft in Rheydt

VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 30.03.2010 - 18:28

Mönchengladbach (RPO). Etwa 23 000 Fahrzeuge täglich, Lärm und Schadstoffe ­ Anwohner der Friedrich-Ebert-Straße fordern, den Verkehr zu verringern. Die Stadt muss handeln. Toleranzwerte für Feinstaub und Stickstoffdioxid sind überschritten.

friedrich ebert straße 100330 Foto: RPO
friedrich ebert straße 100330 Foto: RPO

Seit seiner Geburt lebt Wilhelm Biker an der Friedrich-Ebert-Straße. Bis vor einigen Jahren fühlte sich der 55-Jährige in diesem Wohnumfeld wohl. Auch den Verkehr auf der Verbindungsstraße zwischen Alt-Gladbach und Rheydt, auf der täglich rund 23 000 Fahrzeuge unterwegs sind, nahm er klaglos hin.

Damit ist es jetzt vorbei. „Die Situation hier ist unhaltbar. Und sie wird immer schlimmer”, sagt Birker. Lärm, Abgase, ein stetig zunehmender Schwerlastverkehr ­ Birker hat die Nase voll. Nicht nur er. Mit Nachbarn hat er eine Interessengemeinschaft gebildet, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Lebensqualität auf der Friedrich-Ebert-Straße zu erhöhen.

Dass die Gruppe mit ihrer Kritik an der Situation nicht falsch liegt, beweisen Messungen des Landesumweltamtes zur Belastung der Luft mit Feinstaub und Stickstoffdioxid: Bei beiden Werten hat die Friedrich-Ebert-Straße die Grenzwerte überschritten.

Bereits April 2009 schien die stark befahrene Straße auf dem besten Weg zu sein, eine Umweltzone zu werden. Ein vom Land gestellter Mess-Container hatte zu diesem Zeitpunkt bereits 19 so genannte Überschreitungstage ermittelt. Bei 35 (Feinstaub) und 42 (Stickstoffdioxid) hätte die Bezirksregierung Alarm geschlagen und die Stadt zum Handeln gezwungen.

Doch dann änderte sich die Wetterlage. Es kamen nur noch zwei weitere Belastungstage hinzu. Das Landesamt entschied, den Container Ende 2009 wieder abzuziehen, obwohl er eigentlich für drei Jahre in Mönchengladbach bleiben sollte. Anfang des Jahres kam es dann zu der kuriosen Situation, dass die Experten des Landesamtes die Werte erneut begutachteten ­ und plötzlich weitere Überschreitungstage feststellten. Sowohl bei Feinstaub als auch bei Stickstoffdioxid waren die Toleranzwerte nun überschritten.

Dies hat Folgen: Die Bezirksregierung wird die Stadt auffordern, an der Situation dringend etwas zu ändern. Ein so genannter Luftreinhalteplan muss her. Welche Facetten er bekommt, ist noch nicht klar. „Das kann dazu führen, dass hier eine Umweltzone entsteht. Oder aber dass Tempo 30 gefordert wird”, sagt Barbara Weinthal, städtische Fachbereichsleiterin für Umweltschutz.

Verkehrsplaner gehen davon aus, dass durch die Öffnung der Mühlenstraße in beide Richtungen mehrere tausend Fahrzeuge täglich von der Friedrich-Ebert-Straße abgezogen werden können. Das reicht jedoch noch nicht. Die Stadt denkt deshalb darüber nach, den Verkehr auch auf andere Straßen wie etwa die Limitenstraße oder die West-Tangente über die Heinrich-Pesch-Straße bis zur Landgrafen Straße und Aachener Straße zu verteilen”.

„Wir machen Druck”, verspricht Anwohner Wilhelm Birker. Zwei neue Zebrastreifen, die den Anwohnern helfen sollen, reichen ihm bei weitem nicht: „Wir kommen nicht einmal nachts und sonntags zur Ruhe. Dann rasen hier Hobby-Rallye-Fahrer.”

Quelle: RP

 
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