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Mönchengladbach: Die Bombe ist entschärft

VON ANDREAS GRUHN - zuletzt aktualisiert: 24.03.2010 - 17:07

Mönchengladbach (RPO). Um 12.22 gab es die Entwarnung: Der 250-Kilo-Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg in Hockstein wurde entschärft. Erleichtert kehrten die Anwohner in den für eineinhalb Stunden verlassenen Stadtteil zurück.

Es war ein kleines Stück Metall mit einem Gewinde, das eine verheerende Wirkung haben kann. Peter Giesecke hielt es in den Händen. Der Feuerwerker der Bezirksregierung Düsseldorf hat schon hunderte solcher Zünder aus Bomben gebaut und sie somit entschärft. So auch gestern in Hockstein: Die Entschärfung der 250-Kilo-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg auf einem privaten Baugrundstück am Hirschweg verlief reibungslos.

„Wir hatten keine größeren Schwieirgkeiten”, sagte Peter Giesecke. Der Zünder wandert ins Trophäenregal der vier Feuerwerker, und die Bombe selbst in einen Zerlegebetrieb. Giesecke ist zufrieden: „Alles lief positiv bis auf einige Absperrpannen. Einen Neugierigen haben wir sogar zwei Mal erwischt.” Nachdem die Feuerwerker den Zünder ausgebaut hatten, wurde der Detonator, der mit ganz wenig Sprengstoff ausgestattet ist, kontrolliert in der Baugrube gesprengt. Dann war der gefährliche Teil des Einsatzes beendet.

Um 12.22 Uhr gaben Giesecke und seine drei Kollegen Entwarnung und beendeten damit die Evakuierung eines halben Stadtteils. Erleichtert kehrten Anwohner in ihre Häuser zurück. „Der hat das toll hingekriegt. Da kann man nur gratulieren”, sagte Rosemarie Hermann. „Ich hatte einen Schreck gekriegt, als ich von der Bombe hörte. Ein Bekannter von mir hat nämlich jahrelang auf der Bombe gelebt.”

250 Haushalte und die Kindertagesstätte Am Hockstein mussten rund eineinhalb Stunden die Sicherheitszone rund um den britischen Sprengkörper verlassen. Etwa 40 Polizeibeamte und Mitarbeiter des Ordnungsamtes sorgten auf den Straßen dafür, dass die Sperrzone nicht befahren oder betreten wurde.

Ein Polizeiauto informierte die Anwohner in dem erweiterten Sicherheits-Radius von 500 Metern, dass sie ihre Häuser und Wohnungen nicht verlassen dürften. Insgesamt waren 1200 Haushalte, Betriebe und öffentliche Einrichtungen von der Bombenentschärfung betroffen. Vier ältere Personen wurden mit Krankentransporten aus dem Sicherheitsbereich gebracht. Der Kindergarten unternahm während der Entschärfung einen Spaziergang ins Grüne. Das Elisabeth-Krankenhaus in der Nachbarschaft des Hirschweges war für eineinhalb Stunden nicht erreichbar.

Um das Krankenhaus bei einer Explosion der rund 100 Kilo Sprengstoff vor Splittern zu schützen, waren rund um die Baugrube mit der Bombe Strohballen aufgebaut. Für diejenigen, die ihre Wohnungen verlassen mussten, war ein Bus der NVV bereitgestellt. Die meisten kamen jedoch woanders unter. Die Gemeinschaftsgrundschule Hockstein beendete den Unterricht bereits drei Stunden vor dem eigentlichen Schulschluss. Daher schlugen die Zweitklässler Tobias, Franziska und Ole (alle 7) auf dem Heimweg vor: „Kann man nicht jeden Tag eine Bombe finden?”

Quelle: RP

 
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