Mönchengladbach: Die Gesichter der 6. Gesamtschule
VON LESLIE BROOK - zuletzt aktualisiert: 25.01.2011Mönchengladbach (RPO). Mattias Otto ist kommissarischer Leiter der neuen Gesamtschule Stadtmitte. Zum 1. Februar bezieht er sein Büro im Gebäude an der Aachener Straße 179. Konrektorin wird die Gladbacherin Raphaela Hahn – sie bilden eines der jüngsten Leitungsteams in der Schullandschaft.
Die Bezirksregierung hat den Namen des Direktors der neuen Gladbacher Gesamtschule streng unter Verschluss gehalten. Jetzt steht fest: Mattias Otto, der künftige Leiter der Gesamtschule Stadtmitte, wechselt von der Robert-Schuman-Europaschule in Willich nach Mönchengladbach. Dort arbeitete der 40-Jährige zunächst als Biologie- und Geschichtslehrer, dann als didaktischer Leiter. Als solcher gehört er seit drei Jahren der Schulleitung an. "Obwohl er so jung ist, ist er ein sehr erfahrener Kollege", sagte Klaus Nevries bei der Vorstellung des Schulrektors im Mönchengladbacher Rathaus. Der Schulaufsichtsbeamte begründete die Wahl so: Otto bringe sowohl Leitungserfahrung als auch eine Verbundenheit zu Gladbach mit. "Ich will die neue Schule zum Erfolg führen", erklärte der designierte Rektor, der seit acht Jahren in Mönchengladbach lebt, klar sein Ziel.
Zum 1. August beginnt offiziell sein Job als Leiter einer Schule, die ganz neu entsteht. "Es ist eine wunderbare Herausforderung", findet Otto, der diese Aufgabe schon früher erfüllen möchte. Deshalb bezieht er bereits zum 1. Februar ein Büro im Schulgebäude an der Aachener Straße 179. "Ich will Präsenz zeigen und Ansprechpartner für Eltern sein", erklärte Otto, der für die sechs Monate eine halbe Stelle in Gladbach und eine halbe Stelle in Willich besetzen wird. Das Anmeldeverfahren für die weiterführenden Schulen beginnt am 12. Februar – die Ganztagsgesamtschule will zum Schuljahr 2011/12 vierzügig starten. Es gebe sicher viele Fragen der Eltern und Viertklässler zur Ausrichtung der sechsten Gesamtschule, denen wolle er offen begegnen. "Ich will die Ausrichtung der Schule gemeinsam mit den Eltern festlegen", sagte Otto – das Willicher Modell "wie eine Käseglocke" über Gladbach zu stülpen, kommt für ihn nicht infrage. "Jede Stadt braucht andere Zielsetzungen."
Konrektorin wird die gebürtige Gladbacherin Raphaela Hahn. Sie ist Lehrerin für Philosophie, Geschichte und Deutsch an der Gesamtschule Rheydt-Mülfort und Mutter von zwei Kindern. "Uns freut es besonders, dass sich eine Frau bereit erklärt hat, diese Stelle zu übernehmen", sagte Nevries – denn das sei nur selten der Fall. "Ich bin überzeugte Gesamtschul-Täterin und freue mich darauf, den Aufbau mit zu entwickeln." Die 38-Jährige hat darin Erfahrung: Sie hat den Aufbau der Oberstufe in Mühlfort begleitet. "Wir wollen eine moderne Schule für alle Kinder." Eine gymnasiale Oberstufe wird es auch an der neuen Gesamtschule geben. Rund 600 Schüler haben im vergangenen Jahr keinen Platz an einer der fünf Gladbacher Gesamtschulen erhalten. Besonders groß sei der Bedarf in Stadtmitte gewesen, berichtete Herbert Lauth vom Fachbereich Schule und Sport. Die Stadt rechne mindestens mit der erforderlichen Anzahl von 120 Schülern.
Mit neun bis zehn Lehrern wird die neue Schule zur Einschulung am 7. September an den Start gehen. Drei davon sollen nach Angaben der Bezirksregierung von anderen Gesamtschulen kommen, drei aus dem auslaufenden Betrieb der Gemeinschaftshauptschule an der Aachener Straße 179 überwechseln, drei sollen junge Kollegen sein. In das Leitungsteam der Schule soll die bisherige Rektorin der Hauptschule, Andrea Großkraumbach, einbezogen werden.
Im Vorfeld des Beschlusses zur neuen Gesamtschule hatte es viele Proteste gegeben. "Jetzt kommt es darauf an, dass es eine solide Schulleitung auch in diese Richtung befriedet", sagte Ulrich Elsen, Vorsitzender des Schulausschusses. "Wir müssen raus aus den ideologischen Grabenkämpfen." Zukünftig sollen weitere Lehrer von der Hauptschule zur neuen Gesamtschule wechseln können. Der Hauptschulbetrieb soll teils im bisherigen Gebäude weitergehen, teils an die Knopsstraße verlegt werden, bis er ausläuft. Otto ist sich der Herausforderung bewusst: "Eine auslaufende Schule ist eine besondere Situation", sagte er. "Das neue Schulprogramm muss wachsen. Wir werden alles prüfen, was Lernen erfolgreich macht." An der neuen Gesamtschule sei sowohl ein Abi nach acht als auch nach neun Jahren möglich, betonte Otto.
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