Mönchengladbach: Die Kontrolle der Langsamkeit
VON THOMAS GRULKE - zuletzt aktualisiert: 19.11.2008Mönchengladbach (RPO). Um 7.40 Uhr bekommen die Polizisten plötzlich viel zu tun. Der erste Bus fährt an die Haltestelle an der Aachener Straße und schaltet die Warnblinkanlage ein. Für die Autofahrer auf beiden Fahrbahnseiten heißt es nun: Schritttempo fahren. Doch gleich drei Fahrzeuge in Serie, die den Bus mit zu hoher Geschwindigkeit überholen, hält Polizeihauptkommissar Harald Küster mit seinen vier Kollegen an.
„Ich habe noch gebremst, aber da war es schon zu spät“, sagt eine Autofahrerin entschuldigend. Doch auch sie muss 15 Euro Verwarngeld bezahlen. „Die Kontrolle an Bushaltestellen dient der Sensibilisierung und der Auffrischung der Verkehrsregeln“, sagt Polizei-Pressesprecher Jürgen Lützen zu der Aktion, die bis Ende Dezember an allen Schulbushaltestellen der Stadt durchgeführt wird. Zum Auftakt stehen die Beamten eine Dreiviertelstunde an der Aachener Straße und beobachten den Verkehr, während die Busse hunderte Schüler an der Haltestelle raus lassen. Nicht nur morgens, auch zum Unterrichtsende wird die Polizei kontrollieren. „Uns ist die Vorsicht der Autofahrer wichtig“, sagt Küster.
Vor drei Jahren hatte die Polizei letztmals verstärkte Kontrollen an Bushaltestellen durchgeführt – mit Erfolg. „Bei einer wiederholten Überwachung tritt schon eine Verbesserung ein. So etwas muss sich auch rumsprechen“, sagt Küster. Mittlerweile hat einer seiner Kollegen den nächsten Pkw angehalten. „Ich habe da nicht dran gedacht. In Zukunft werde ich aufpassen“, sagt der Fahrer. Generell sind die Erwischten einsichtig. Auf große Diskussionen muss sich kein Beamter einlassen. Das Gespräch suchen die Polizisten, um den Fahrern die Verkehrsregel, die es seit August 1995 gibt, ins Gedächtnis zu rufen.
Um 8.15 Uhr ist die Aktion beendet. Acht Verstöße hat die Polizei aufgenommen – keine besonders große Anzahl. Doch die Beamten waren in ihrem Ermessensspielraum großzügig. „Wenn wir sehen, dass jemand klar langsamer wird, belassen wir es bei einem Gespräch“, sagt Küster.
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