Mönchengladbach: Die neue erste Reihe im Rat
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 06.11.2009Mönchengladbach (RPO). Mit völlig neuem Machtgefüge tritt heute der Rat zur ersten Sitzung nach der Wahl zusammen. Das verrät auch die Sitzordnung. In die erste Reihe haben es gleich 18 Politiker geschafft – darunter einige neue und nur zwei Frauen.
Wenn heute um 14 Uhr der neue Rat zur konstituierenden Sitzung ausnahmsweise im Haus Erholung zusammentritt, verrät schon die Sitzordnung viel über den neuen Rat.
Klar: Wer zusammen Politik machen will, sitzt auch zusammen. Drum sitzen die Mitglieder von SPD, Grünen und FDP nebeneinander. Die SPD sitzt aber nicht etwa in der Mitte, um sich auch kurzerhand nach links und rechts mit den beiden kleineren Partnern abstimmen zu können. Sie sitzt – und zwar auf eigenen Wunsch – links vom Oberbürgermeister. Danach kommen die Grünen, und erst daran schließt sich die FDP an. Das führt dazu, dass der SPD-Fraktionsvorsitzende Lothar Beine neben Karl Sasserath (Grüne) sitzt.
Zwischen den früheren Partnern CDU und FDP sitzt nun die FWG. Auch den Linken gewährt der Oberbürgermeister, der letztlich über die Sitzordnung entscheidet, die erste Reihe. Anders als Mecki Langen (Zentrum) und Manfred Frentzen (NPD), die Hinterbänkler sind.
Da sie Einzelstreiter für ihre Parteien sind, haben sie keine unmittelbaren Nachbarn. Langen sitzt vor Frentzen.
Doch die Sitzordnung gibt auch Aufschluss über das Machtgefüge innerhalb der Parteien. Da gibt es bei der Ampel nicht so viel Neues wie bei der CDU. Es gibt weiter die Pärchen Lothar Beine und Thomas Fegers bei der SPD, Karl Sasserath und Joachim Hüskens bei den Grünen und Dr. Anno Jansen-Winkeln und Burkhard Küpper bei der FDP.
Bei der CDU hingegen gibt es gleich drei Neue in der ersten Reihe: den Fraktionsvorsitzenden Dr. Hans Peter Schlegelmilch, gleich neben ihm den erstmals in den Rat gewählten Fraktionsgeschäftsführer Hans Wilhelm Reiners, den neuen stellvertretenden Vorsitzenden Robert Baues und das neue Vorstandsmitglied Ralf Kremer.
Mindestens genau so interessant ist allerdings, dass auch der frühere Fraktionsvorsitzende Rolf Besten weiterhin in der ersten Reihe sitzt. Mit komfortablem Ergebnis in den Vorstand gewählt, dürfte Besten auch in der neuen Fraktion zu den starken Männern gehören.
Im Gegensatz zu Michael Schroeren, der heute in der dritten von vier CDU-Reihen sitzt. Auch Frank Boss (Reihe 2) sitzt nicht mehr ganz vorn. Und auch das ist markant: Obwohl sich gleich 18 Politiker in der ersten Breitband-Reihe im Kaisersaal drängen, sind nur ganze zwei Frauen darunter: Monika Berten (SPD) und Nicola Schiemann (Linke).
Diese Sitzordnung gilt nur für die heutige erste Ratssitzung. Wer in den kommenden fünf Jahren an welcher Stelle im Rheydter Rathaus sitzt, ist noch nicht klar. Der Oberbürgermeister hat einen Vorschlag erarbeitet, mit dem aber offenbar noch nicht alle Parteien einverstanden sind.
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