Mönchengladbach: Die neuen Bezirksvorsteher
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 21.05.2008Mönchengladbach (RPO). Nach der Kommunalwahl im kommenden Jahr gibt es nur noch vier statt bisher zehn Bezirke – und damit auch nur noch vier Bezirksvorsteher. Wir sagen, wer Chancen hat und was aus den bisherigen Amtsinhabern wird.
Auch wenn erst nach der Kommunalwahl im Juni 2009 feststeht, welche Politiker den Einzug in die neuen Bezirksvertretungen schaffen – wichtige Vorentscheidungen fallen in diesen Wochen. Das gilt besonders für das Amt des Bezirksvorstehers, das aufgrund des neuen Zuschnitts noch größere Bedeutung als bisher haben wird. Wenn sich die Mehrheitsverhältnisse bei der Wahl nicht erdrutschartig verschieben, dürfte die CDU mindestens drei der vier neuen Bezirksvorsteher stellen. Parteiintern ist in zwei der vier Bezirken schon klar, wer Bezirksvorsteher werden soll. In den beiden anderen gibt es klare Favoriten.
Ost (bisher Neuwerk, Giesenkirchen, Volksgarten)
Frank Boss, bisher Bezirksvorsteher in Giesenkirchen, wird ab 2009 auch die Belange der Bürger in Neuwerk und Volksgarten vertreten. Dazu braucht man keine Glaskugel. Denn erstens gibt es dazu zwischen den Stadtbezirksverbänden eine klare Absprache. Und zweitens ist der neue Bezirk – vor allem wegen Giesenkirchen und Neuwerk – eine Bank für die CDU. Ihr Amt verlieren: Norbert Post, der sich zum Oberbürgermeister wählen lassen möchte, und Hermann-Josef Kriechel-Mäurer (SPD), der Parteivorsitzender ist und für die Sozialdemokraten nach Berlin gehen möchte.
West (bisher Wickrath und Rheindahlen)
Auch hier ist alles klar. Marianne Beckers (72), Wickrather Urgestein, will nicht noch einmal antreten. Arno Oellers, schon jetzt Vorsteher von Rheindahlen, übernimmt das Amt. Sein Posten ist der sicherste. In diesem Bezirk ist am wenigsten vorstellbar, dass die CDU nicht die Mehrheit erlangt.
Nord (bisher Stadtmitte, Hardt)
Hier gibt es mit den beiden aktuellen Bezirksvorstehern Herbert Pauls (Innenstadt) und Manuela Luhnen (Hardt) zwei Interessenten. Pauls hat aber parteiintern klar die besseren Chancen. Manuela Luhnen würde unter Umständen nur ihr Amt als Vorsitzende der Frauen-Union bleiben. Denn in keinem der beiden Hardter Wahlkreise wird sie wohl als Direktkandidaten aufgestellt. Fred Hendricks (Hardt) und Herbert Backes (Venn) gelten als gesetzt. Und ob ein Listenplatz für den Einzug in den neuen Rat reicht, wird bis zuletzt ungewiss bleiben.
Süd (bisher Rheydt-Mitte, Rheydt-West und Odenkirchen)
Hier ist noch nicht alles klar – und das in jeder Hinsicht. Es gibt mit Renate Zimmermanns, aktuell Bezirksvorsteherin in Odenkirchen, eine klare Favoritin, die auch Unterstützung aus allen drei beteiligten Stadtbezirksparteien hat. Doch die 57-Jährige hat sich noch nicht erklärt, ob sie zur Verfügung steht. Sollte sie sich gegen das Amt entscheiden, hätte wohl Horst Hübsch (bisher Rheydt-West) die besten Aussichten. In Rheydt-Mitte ist seit 2004 Karl Sasserath (Grüne) Bezirksvorsteher. Da auch der neue Bezirk einen großen Anteil an Innenstadt-Wählern hat und die CDU dort größere Probleme hat, ist dieser neue Bezirk aus Sicht der Christdemokraten der wackeligste.
Bis zum Jahresende werden die neuen Stadtbezirksverbände ihre Kandidaten für die neuen Bezirksvertretungen benennen. Dabei dürfte es reichlich Zähneklappern geben. Denn statt bisher 132 gibt es ab 2009 nur noch 74 Bezirksvertreter.
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