Mönchengladbach: Die NVV wächst weiter
VON CAROLA SIEDENTOP - zuletzt aktualisiert: 01.07.2008Mönchengladbach (RPO). Der regionale Versorger wird nun auch im Kreis Heinsberg Gas und Strom liefern. Er pachtet für sieben Jahre die Energiesparte von der West-Energie. Ein Ende des Wachstums ist noch nicht erreicht.
Die Niederrheinische Versorgung und Verkehr (NVV) hat die Versorgungssparte für Strom und Gas der West-Energie des Kreises Heinsberg übernommen. Damit wächst die NVV im Energiesektor um 25 Prozent. Das Gebiet, auf dem die NVV maßgeblich aktiv ist, auf eine Fläche von 1800 Quadratkilometer. Ein Zehntel davon macht Mönchengladbach aus. Die NVV wird die Energiesparte von West zunächst für sieben Jahre pachten, zahlt dafür acht Millionen Euro. Die NVV hielt bereits zuvor Anteile von 50 Prozent an der West. Der Mönchengladbacher Versorger gehört nun zu den zehn größten Stadtwerken in Deutschland. Mit der Übernahme reagieren beide Unternehmen auf den sich stark verändernden Energiemarkt.
Die Gründe Die Übernahme der Versorgung von West hat ökonomische Gründe. „Die NVV ist gut aufgestellt, aber wir müssen auch für die Zukunft gewappnet sein“, sagte Friedhelm Kirchhartz, Vorstandsvorsitzender der NVV. Das heißt: Der Versorger muss wachsen, um auf dem Markt mithalten zu können. Durch den Zusammenschluss spart die NVV vor allem bei den Nutzungsentgelten für die Durchleitung von Strom und Erdgas. Die Entgelte, die Versorger ihren Konkurrenten und eigenen Tochtergesellschaften für die Nutzung der Netze in Rechnung stellen, wurden von der Bundesnetzagentur deutlich gesenkt. Kirchhartz rechnet deshalb in Zukunft mit geringeren Unternehmensergebnissen.
Finanzielle Vorteile gibt es beim Einkauf von Gas und Strom, im zunehmend schärfereren Wettbewerb mit großen Energieversorgern und bei der effizienteren Nutzung von Einrichtungen. So sollen die beiden Leitstellen von West und NVV künftig abwechselnd in Betrieb sein, erklärte Dr. Rainer Hellekes vom Vorstand.
Mitarbeiter Die Vertriebssparte New-Energie wird mit rund 100 Mitarbeitern von Mönchengladbach nach Erkelenz wechseln. Die 203 Mitarbeiter der West werden übernommen. Sie haben eine Beschäftigungsgarantie bis 2015.
Kunden Preiswerter werden Strom und Gas für die Kunden der NVV nicht. Aber, so Kirchhartz, das Preisniveau bleibe solide, ebenso wie der Ertrag, der für die Gesellschafter erwirtschaftet würde. Davon profitiert vor allem die Stadt.
Kommunale Aufgaben Die NVV finanziert mit ihren Gewinnen auch Sparten, die nicht profitabel sind. Dazu gehören Bäder, Busverkehr oder Flughafen. „Dazu wäre die Stadt sonst nicht in der Lage“, sagte Reiner Brandts (CDU), Aufsichtsratsvorsitzender von NVV und West. Durch die Pacht der West-Energie „haben unsere Bürger die Sicherheit, dass wir nicht von irgendwem übernommen werden.“
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