Borussias Fanartikel: Die Raute auf dem Gullydeckel
VON CHRISTIAN HENSEN - zuletzt aktualisiert: 04.08.2011 - 17:09Mönchengladbach (RPO). Er hört auf den Namen Din 4291, ist 35 Kilo schwer und mit zwölfeinhalb Tonnen befahrbar: Gladbachs kuriosester Fanartikel ist ein Gullydeckel aus Gusseisen. 150 sind noch zu haben. Das Interesse wird immer größer.
Sie prangt auf Brillen, Autositzen, Hausschuhen, Deostiften und Fessnäpfen für Hunde - nur von Gullydeckeln hat sie bisher noch nicht Besitz ergriffen: Die Raute von Borussia Mönchengladbach. Dass das Emblem der Herzen künftig nicht mehr nur das Toreschießen befeuert, sondern auch Regengüsse sicher ins Ziel geleiten lässt, ist Werner Mines zu verdanken.
Der findige Filialleiter des Tiefbau-Fachhandels von Brands + Schnitzler hatte bereits im letzten Jahr die Idee zu diesem kuriosen Kunstwerk. „Als ich so den Fankatalog durchgeblättert habe, dachte ich mir, da fehlt doch etwas“, sagt Mines. Und da neue Absatzmärkte immer willkommen sind, hat das Team des Gladbacher Baustoff-Fachahandels nicht lange gefackelt und sich an den Vorstand von Borussia gewandt. Der war so begeistert, dass er gleich hinter jeder Eckfahne im Borussia-Park einen Gullydeckel installieren ließ.
230 Stück hat Brands + Schnitzler bei einem externen Gusshersteller in Auftrag gegeben. 150 wurden bereits verkauft. Und das Interesse steigt. Erhältlich sind die Rauten-Gullys im Borussen-Fanshop - zu einem Preis von schlappen 199 Euro. Der aus Gusseisen gefertigte Deckel entspricht der Din-Norm 4291, nach der auch übliche Straßenabläufe gefertigt werden. So hat auch der Borussen-Gully ein Gewicht von 35 Kilogramm und ist mit satten zwölfeinhalb Tonnen befahrbar.
Borussia ist übrigens der einzige Verein, der einen Gully als Fanartikel anbietet. Dass dieses Schmuckstück nur den eingefleischten Fan ansprechen dürfte, ist klar. Aber was macht er eigentlich damit?
Werner Mines hat Vorschläge parat: Man kann einen Gullydeckel auf seinem privaten Grundstück einfach ersetzen, oder den Rauten-Gully einfach im Bodenpflaster einfassen, meint er. Auch Aufhängen wäre theoretisch denkbar. Die NVV als Eigentümer der städtischen Kanaldeckel gibt grünes Licht: „Wenn sich der Deckel auf dem Privatgrundstück befindet, darf er ausgewechselt werden. Lediglich die auftretende Verkehrslast sollte beachtet werden“, bestätigt Nadine Reuen von der Konzernkommunikation. Es geht aber auch einfacher.
Warum das gute Stück nicht einfach als Zierde in den heimischen Garten legen? Und sicher eignet es sich auch hervorragend, um die Straßenschäden des Winters zu beheben. So hat Gladbach nicht nur mit die tiefsten, sondern künftig auch die schönsten Schlaglöcher.
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