Mönchengladbach: Die Welt blickt nach Gladbach
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 03.05.2008Mönchengladbach (RPO). Der Dalai Lama kommt in einer politisch höchst brisanten Situation nach Mönchengladbach. Wir erklären, was zuletzt in Tibet passiert ist – und welche Folgen das für den Vortrag des Oberhaupts der Tibeter am 17. Mai hat.
Dalai Lama in Gladbach
Zeit Samstag, 17. Mai, 10 Uhr
Ort Halle 6 des Flughafen-Terminals
Thema Kein Frieden ohne Menschenrechte
Moderation Steffen Seibert
Parkplätze Auf dem Gelände und an der Trabrennbahn, Zufahrt nur für Ticketinhaber
Sicherheit Keine größeren oder spitzen Gegenstände mitnehmen
Worum geht es im Tibet-Konflikt?
1950 marschierten chinesische Truppen in das bis dahin unabhängige Tibet ein. Die Tibeter kämpfen seither um ihr Recht auf Selbstbestimmung. Dabei geht es vor allem um die kulturelle und religiöse Autonomie. 1959 schlugen die Chinesen einen Volksaufstand der Tibeter blutig nieder.
Welche Rolle spielt der Dalai Lama?
Er ist das geistliche und weltliche Oberhaupt der Tibeter. Er musste 1959 unter abenteuerlichen Umständen auf einem Pony aus seinem schon umzingelten Palast in Lhasa fliehen. Seither lebt er im nordindischen Dharamsala im Exil.
Wie ist die aktuelle Lage in Tibet?
In Tibet stehen rund sechs Millionen Tibetern inzwischen über 7,5 Millionen Chinesen gegenüber. Ende März kam es in Lhasa zu den größten Unruhen seit Jahrzehnten. Dabei kamen nach Angaben der Exil-Tibeter mehr als 100 Menschen ums Leben.
Hat das Folgen für die Olympischen Spiele in Peking?
Viele westliche Länder haben Chinas Gewalt in Tibet scharf kritisiert. Zu einem Olympia-Boykott wird es nicht kommen. Allerdings wurde an etlichen Stationen der olympische Fackellauf von Demonstranten massiv gestört. Die Proteste der Weltöffentlichkeit haben wohl dazu beigetragen, dass sich die chinesische Regierung nun bereit erklärt hat, mit den Gesandten des Dalai Lamas zu verhandeln.
Warum sind die Chinesen in dieser Frage so unnachgiebig?
Tibet ist vergleichsweise klein – hat aber große symbolische Bedeutung. Wenn sich die Tibeter gegen die Großmacht China Autonomie erkämpfen, könnte dies einen Erdrutsch in dem riesigen Reich auslösen. Innere Demokratie ist für die Kommunistische Partei daher der Albtraum schlechthin. Ihre Tibet-Politik verstehen die Chinesen als ihre Angelegenheit. Darum verstehen sie nicht, warum sich andere Staaten in so starkem Maße engagieren.
Was will der Dalai Lama?
Vor allem: eine friedliche Lösung. Das hat er immer betont und dafür 1989 den Friedensnobelpreis bekommen. Die aktuelle Gewalt junger Tibeter hat er scharf verurteilt und mit seinem Rückschritt gedroht. Er ist auch gegen einen Boykott der Olympischen Spieler. Die Chinesen seien eine Weltmacht und hätten die Spiele verdient.
Welche Folgen haben die Entwicklungen auf die Veranstaltung in Mönchengladbach?
Das Interesse der Öffentlichkeit ist immens. In jeder Rede kann der Dalai Lama weltpolitische Relevantes zur Tibet-Frage sagen. Darum haben sich Filmteams von CNN und BBC angemeldet. Die Sicherheitsvorkehrungen sind noch einmal verschärft worden. So dürfen die Zuschauer keine großen Taschen mitbringen und müssen sich einem ausgiebigen Sicherheitscheck unterziehen.
Gibt es noch Karten?
Nein. Die Veranstaltung ist ausverkauft. Für möglicherweise zurückgegebeNE Karten gibt es eine aussichtslos lange Warteliste. In einschlägigen Internet-Portals werden inzwischen Tickets zu einem Vielfachen des Urspungspreises angeboten. PERSÖNLICH, STICHWORT
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