Mönchengladbach: Die Wickrather Oldtimer-Genussmeile
VON ANDREAS GRUHN - zuletzt aktualisiert: 25.04.2010 - 19:02Mönchengladbach (RPO). Da wollte Werner Brungs gerade seinen knatternden Benz von 1912 über die Startlinie bei der 21. Wickrather Oldtimer-Rallye fahren, schon ging nichts mehr. Ein gutes Dutzend Wanloer blockierten gestern Morgen zunächst den Start, um gegen die geplante Biogasanlage in Wanlo zu demonstrieren. Nach einigen Minuten ermöglichten sie dann doch die Fahrt, die Oberbürgermeister Norbert Bude zuvor per Fahne freigegeben hatte.
Und dann musste der Motor Sport Club Wickrath (MSC) auch noch die rund 130 Kilometer lange Strecke für die 132 Starter kurzfristig ändern, weil Wickrath einfach zu voll war. Voll mit Besuchern der Oldtimer-Rallye und des Knospen- und Genuss-Festivals in der Fußgängerzone an der Quadtstraße.
Tausende Menschen strömten am Sonntag in den Wickrather Ortskern zu der Doppelveranstaltung. Zum Benzingeruch rund um die fahrenden Oldtimer mischte sich der Duft feinster Speisen, die die Köche Wolfgang Eickes und Giorgio De Lana zubereiteten. Teilnehmer der Rallye kamen aus weiten Teilen Nordrhein-Westfalens, die weiteste Anreise hatte ein Paar aus Freiburg. „Unsere Rallye ist in diesem Jahr die erste Veranstaltung dieser Art in der Umgebung. Da sind die Leute natürlich heiß, mitzufahren“, sagte Theodor Christ, Vorsitzender des MSC. Mehr als 40 Oldtimerbesitzern musste der MSC absagen.
Die Starterliste war schon seit Februar voll. Die Fahrer absolvierten die Strecke und die Sonderprüfungen ohne große Probleme. „Die Teilnehmer waren sehr glücklich mit der Strecke“, sagte Christ. Auch, wenn sie nicht so durch den Ortskern verlaufen konnte, wie geplant. Denn dort war ja das Knospen- und Genuss-Festival des Wickrather Gewerbekreises. Am Nachmittag, als die meisten Oldtimer zur Ausstellung am Markt angekommen waren, war die Quadtstraße dicht. Die Besucher schoben sich vorbei an Ständen von Bärlauchbauern, einer Monschauer Senfmühle und anderen Händlern, die mit Speisen und Getränken zu tun haben. Dazu waren ab 13 Uhr die Geschäfte geöffnet. Erstes Fazit der Händler am Nachmittag: „Wir sind sehr zufrieden“, sagte Ulrike Busch, Vorsitzende des Gewerbekreises.
Dazu hatte sich der Organisator des Festes ein paar Neuheiten überlegt. Wickrath solle zusammenhalten, auch bildlich. Dazu malten 1000 Kinder aus Schulen und Kitas Bilder aus, die gestern über die ganze Einkaufsmeile verteilt hingen. „Wir möchten etwas anders sein, uns trennen von der Großstadt“, sagte Angela Rode-Zander vom Gewerbekreis. „Ein Ruck, der durch den Ort geht“, nannte das ihre Kollegin Heike Runkehl.
Der scheint angekommen zu sein: Die Wickratherin Hildegard Wachtling war im vorigen Jahr zum ersten Mal als Besucherin auf dem Fest, da war ihr schnell klar: „Da muss ich mitmachen.“ Gestern verkaufte sie Tee an der Quadtstraße.
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