Mönchengladbach: Doping: Turnier ohne Isabell Werth?
VON INGE SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 25.06.2009Mönchengladbach (RPO). Ilja Waßenhoven ist geschockt: "Das ist eine Katastrophe, das Schlimmste, was uns passieren konnte." Erst wenige Minuten zuvor hatte der sportliche Leiter des renommierten Wickrather Schlosspark-Turniers und Geschäftsführer des Reit-, Fahr- und Zuchtsvereins Wickrath erfahren, dass Isabell Werth in den jüngsten Dopingfall im deutschen Reitsport verwickelt ist.
Die Internationale Reiterliche Vereinigung (FEI) hat gestern die Dressurreiterin bis auf Weiteres von allen Turnieren suspendiert. Bei einer Kontrolle war bei ihrem zehnjährigen Wallach Whisper die Dopingsubstanz Fluphenazine nachgewiesen worden.
Märchenhafte Flutlicht-Küren
Wie in den vergangenen Jahren sollte Isabell Werth auch diesmal die Massen in den Wickrather Schlosspark ziehen. Ihre geradezu märchenhaften Flutlicht-Küren hatten Jahr für Jahr die Pferdefreunde begeistert. Ilja Waßenhoven hatte noch am vergangenen Wochenende mit der Rheinbergerin telefoniert. "Alles war klar, sie freute sich darauf, wieder einnmal nach Wickrath zu kommen."
Er hofft aber, dass er Isabell Werth auf dem Turnier, das am Wochenende, 10. bis 12. Juli, stattfindet, doch noch begrüßen kann. "Soweit ich weiß, gilt die Sperre nur für internationale Wettbewerbe", sagt er. Das Turnier ohne Werth kann und mag er sich gar nicht vorstellen. Obwohl auch andere Namen im Starterfeld aus 15 Nationen durchaus Garanten für spannende Dressur- und Springprüfungen sein dürften. Etwa die Britin Emma Hindle, die in der Dressur zu den Top 20 zählt, oder die Springreiterin Georgina Bloomberg, Tochter des amtierenden New Yorker Bürgermeisters Michael Bloomberg.
Ilja Waßenhoven betont: "Wir wissen noch nicht, was an den Vorwürfen gegen Isabell Werth dran ist. Sicher ist auf jeden Fall: Wir wollen einen sauberen Reitsport. Doping muss bekämpft werden. Da gibt es nichts zu diskutieren."
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