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Mönchengladbach: Doppelmord in Gladbach empört die Türkei

VON THOMAS SEIBERT - zuletzt aktualisiert: 15.03.2007 - 08:23

Mönchengladbach (RPO).

Nach dem Doppelmord von Mönchengladbach werden in der türkischen Öffentlichkeit schwere Vorwürfe an die deutschen Behörden laut. Möglicherweise sei die Justiz so nachlässig bei der Durchsetzung des Haftbefehls gegen den mutmaßlichen Mörder Erol P. gewesen, weil es sich bei den Beteiligten um Türken gehandelt habe, schrieb der Teilnehmer eines türkischen Internetforums gestern.

Beamte der Kriminalpolizei untersuchen den Tatort an der Frankenstraße nach dem Mord an der 38-Jährigen und ihrer 18-jährigen Tochter. Foto: RPO

Hintergrund: Zwei Stunden vor der Bluttat war ein Haftbefehl gegen den späteren Todesschützen nicht vollstreckt worden, obwohl der Mann bei einem Zivilprozess aufgetaucht war. „Hürriyet“, die führende Zeitung des Landes, die auch von vielen Türken in der Bundesrepublik gelesen wird, widmete dem Thema gestern ihren Aufmacher. Breiten Raum erhielten die Vorwürfe von Gülsen Celebi, der Anwältin des Mordopfers Rukiye P.

Celebi sprach in „Hürriyet“ von einem „unglaublichen Versagen“ der deutschen Behörden und einem „großen Justiz-Skandal“. Die Staatsanwaltschaft in Mönchengladbach wolle sich nicht zu der Frage äußern, warum der mit Haftbefehl gesuchte Erol P. nicht schon bei seinem Auftritt vor Gericht unmittelbar vor den tödlichen Schüssen festgenommen worden sei, meldete „Hürriyet“ weiter. Das Versagen eines deutschen Staatsanwaltes habe eine Mutter und ihre Tochter das Leben gekostet.

Die ebenfalls auf eine türkische Leserschaft in Westeuropa spezialisierte Zeitung „Euro-Zaman“ hatte bereits vor einigen Tagen unter Berufung auf Verwandte des Mordopfers gemeldet, Erol P. habe seine Noch-Ehefrau Rukiye seit einem Jahr ständig mit dem Tode bedroht. Die deutsche Polizei habe nichts unternommen, obwohl Rukiye sich häufig an die Behörden gewandt habe, wurde ein Onkel des Mordopfers zitiert.

Zumindest am Tag des Mordes hätten die Behörden Maßnahmen ergreifen können, um Rukiye und ihre Kinder vor Erol P. zu beschützen. „Das ist also die europäische Justiz“, lautete der bittere Kommentar eines Lesers auf der „Hürriyet“-Website.

Quelle: RP

 
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