Mönchengladbach: Dreh mit Semmelrogge und einem Killerpilz
VON GARNET MANECKE - zuletzt aktualisiert: 01.07.2008Mönchengladbach (RPO). Der, auf den alle warten, kommt erst, als der offizielle Termin mit der Film-Crew schon vorbei ist. Plötzlich steht er da: Mit Schiebermütze, Flanellhemd und Trekking-Bermudas sieht Martin Semmelrogge aus wie eine ältere Ausgabe der Kids, mit denen er gerade auf dem Minigolfplatz im Volksgarten dreht.
Aber die Falten um seine Augen und seine knarzende Stimme verraten, dass Semmelrogge schon einige Jahrzehnte älter ist als die Mitglieder der „Vorstadtkrokodile“. So heißt Max von Grüns Buch über eine Teenie-Gang aus Dortmund. Und so heißt auch die Kinoversion des bereits in den 70-er Jahren verfilmten Stoffes, die derzeit gedreht wird – mit etlichen Szenen in Mönchengladbach und Umgebung.
Semmelrogge war schon 1977 bei der ersten Verfilmung dabei. Damals spielte der heute 52-Jährige Egon Steffenhagen, den Sohn eines Minigolfplatz-Besitzers. Heute mimt Semmelrogge selbst den Golfplatzbesitzer. „Ich gebe einen richtig schönen Ekel-Spießer ab“, beschreibt er die Rolle, die 1977 sein Vater Willy verkörperte. Auch bei den Requisiten wird das Original manchmal zitiert. Auf der Rasenfläche vor dem Minigolfplatz glänzt ein leuchtend oranges Bonanzarad.
Wie vor 30 Jahren werden zwei Drittel des Films am Niederrhein gedreht. „Es gibt hier so viele Orte, die wie Dortmund aussehen“, erklärt Produzent Christian Becker. In Mönchengladbach ist das neben dem Minigolfplatz die Hindenburgstraße. Dort will die Crew demnächst ein Rollstuhl-Rennen filmen.
Fabian Halbig, Schlagzeuger der Teenie-Band „Killerpilze“, spielt den gelähmten Jungen. Es ist die erste große Rolle für den 14-Jährigen. Dafür hat er extra ein Rollstuhl-Training absolviert. „Das ist gar nicht so schwierig“, findet er. „Es ist cool, wenn man mal erfährt, wie schwierig es im Alltag damit ist.“ Sicherheitshalber geht auf der steilen Piste allerdings ein Stuntman ans Werk.
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