Mönchengladbach: Drei Hauptschulen schließen
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 02.12.2009 - 20:35Mönchengladbach (RPO). Die Politiker haben gestern mit großer Mehrheit das wegen sinkender Schülerzahlen überfällige Schulsterben eingeläutet. Ob die Ampel tatsächlich knapp 90 Gesamtschulplätze schaffen kann, ist allerdings noch völlig offen.
Die Hauptschulen Asternweg, Eicken und Wickrath nehmen erwartungsgemäß zum neuen Schuljahr keine Fünftklässler mehr auf. Alle drei Schulen sollen auslaufen. Dafür stimmten gestern im Schulausschuss alle Parteien außer der FWG. Das vermochte nicht mal mehr die rund 70 Lehrer, Eltern und Schüler der Hauptschulen, die zum stummen Protest in den Ratsaal Abtei gekommen waren, zu überraschen.
Ärger gab es alleine bei Schulleitern und Lehrern der betroffenen Schulen, die aufgefordert worden waren, eilends Schulkonferenzen einzuberufen und ihre Stellungnahmen abzugeben. Die zum Teil umfangreichen Einlassungen wurden gestern nicht einmal erwähnt.
Die Last der Fakten
Zu erdrückend ist auch für die CDU, die sich vor einem Jahr noch gegen die Schließung von Hauptschulen ausgesprochen hatte, die Last der Fakten. „Auch wenn wir das nicht gerne tun es hilft alles nichts”, sagte Schuldezernent Dr. Gert Fischer und verwies auf die Anmeldezahlen. 710 Fünfklässler gab es 2003 an den Hauptschulen, fünf Jahre später waren es nur noch 538.
Rein rechnerisch würden sechs der bislang zwölf Hauptschulen ausreichen. Und so gab es zwar von Vertretern aller Parteien Lob für die Leistung der nun auslaufenden Schulen. In Frage stellen mochte die Notwendigkeit der Schließung niemand. Vielmehr klang schon jetzt durch, dass dies erst der Anfang ist. „Die Entwicklung wird weiter gehen. Es werden auch noch andere Schulformen betroffen sein”, sagte Monika Schuster (SPD).
Die Zahl der Gesamtschulplätze will die Ampel aus SPD, Grünen und FDP zwar weiter ausbauen. Allerdings ist selbst das Minimalziel, weitere 84 Plätze in der Stadt einzurichten, in Gefahr. Für die 28 Plätze, die ermöglicht werden sollen, weil die Gesamtschule Espenstraße die Räume der früheren Grundschule Bäumchesweg mitnutzen kann, fehlt noch die Zusage des Landes. Zudem hat die Schule Vorstellungen für Umbauten, die das Budget der Stadt erheblich belasten würden.
Bei den 56 Plätzen, die in Neuwerk dazu kommen sollen, gibt es gleich zwei Stolpersteine. Erstens müssen sich überhaupt so viele Eltern finden, die dort ihre Kinder anmelden wollen. Denn das größte Interesse gibt es an den innerstädtischen Gesamtschulen. Und dann muss geklärt sein, ob zwei zusätzliche Klassen in den bestehenden Räumen dauerhaft untergebracht werden können. „Ich will da keine falschen Hoffnungen wecken”, sagte gestern Schuldezernent Fischer. Es sei noch nicht abzusehen, ob dies im Bestand möglich sei oder eine schulorganisatorische Maßnahme nötig sei. Dann muss erst das Land grünes Licht geben.
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