Mönchengladbach: Drei Hauptschulen weniger
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 02.09.2008Mönchengladbach (RPO). Schuldezernent Fischer (CDU) will wegen geringer Schülerzahlen 2014 die Hauptschulen in Giesenkirchen, Wickrath und Eicken schließen. Die CDU-Fraktion lehnt das ab. Nun drohen Zwangsschließungen durch die Bezirksregierung.
Die 96 Fünftklässler, die vor drei Wochen zum ersten Mal auf die Hauptschulen Asternweg, Wickrath und Giesenkirchen gegangen sind, sollen nach Meinung von Schuldezernent Dr. Gert Fischer die letzten Neuankömmlinge sein. Schon im kommenden Schuljahr sollen alle drei Hauptschulen keine neuen Eingangsklassen mehr bilden. Wer jetzt Schüler einer der drei Schulen ist, darf dort auch seinen Abschluss machen. Das heißt: Erst 2014 würden die Schulen, die zuletzt nur noch aus einem Jahrgang bestehen würden, endgültig schließen.
Dass das Verschwinden einiger Hauptschulen unabwendbar ist, zeigt ein Blick in die Schülerzahlen. Seit Jahren melden immer weniger Eltern ihre Kinder auf einer Hauptschule an. Die Hauptschüler von morgen drücken heute schon die Schulbank – in der Grundschule. Und da dort immer weniger Kinder eingeschult werden, lässt sich ziemlich genau prognostizieren, was das für die Hauptschulen bedeuten wird: Sie werden in den kommenden vier Jahren noch einmal rund neun Prozent an Anmeldungen verlieren.
Wenig Neuzugänge
Die Stadt geht für das Schuljahr 2012/2013 von nur noch rund 500 Fünftklässlern in den Hauptschulen aus. Zum Vergleich: Vor sechs Jahren waren es noch 771 gewesen. Für die gut 500 Schüler reichen 21 Eingangsklassen. Aktuell gibt es aber noch 30. Darum schlägt die Verwaltung vor, drei Schulen zu schließen, die zum einen schon jetzt wenig Neuzugänge haben und für die es zum anderen Alternativen in zumutbarer Nähe gibt. Wenn zum Beispiel Kinder statt zur Hauptschule Asternweg oder zur Gemeinschaftshauptschule Wickrath nach Dohr gehen, sichert das dieser Schule das Überleben.
Seinen Vorschlag hatte der Schuldezernent über etliche Monate mit allen Rektoren gemeinsam erarbeitet. Dennoch will die CDU dem Rat des Dezernenten aus den eigenen Reihen nicht folgen. Norbert Post erklärt warum: Wenn man jetzt die Kandidaten für die Schulschließungen benenne, würden dort allein deswegen keine Eltern mehr ihre Kinder anmelden. „Wir wollen die Schulen nicht künstlich kaputt machen“, so Post.
Legt die Stadt nicht selbst fest, welche Hauptschulen geschlossen werden soll, kann dies die Bezirksregierung in Düsseldorf tun. Sie könnte, fürchten Insider, die Schließung von deutlich mehr als drei Schulen anordnen. Ulrich Elsen, schulpolitischer Sprecher der SPD, gibt unumwunden zu: „Alle Schulpolitiker kommen gerne zur Einweihung oder zum Jubiläum. Eine Schule schließen will möglichst niemand.“ Doch die Entwicklung komme nicht überraschend und erfordere Entscheidungen. Elsen: „Ich hoffe, die Politik hat die Kraft, den Menschen auch kurz vor einer Kommunalwahl unangenehme Wahrheiten zu sagen.“
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