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Mönchengladbach: Dreiste Bankräuber

VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 23.12.2009 - 12:28

Mönchengladbach (RPO). Mitten im dichten Weihnachtsgeschäft ist gestern die Sparkasse am Bismarckplatz überfallen worden – und das fast unbemerkt. Zwei Räuber stellten sich ruhig in Schlangen an der Kasse an und zückten später Pistolen.

Der schmälere der Täter trug eine graue Mütze mit einem farbigen Rand.  Foto: Polizei
Der schmälere der Täter trug eine graue Mütze mit einem farbigen Rand. Foto: Polizei

Professionell und kaltschnäuzig – so lässt sich der gestrige Bankraub in der Mönchengladbacher Innenstadt in Kurzform beschreiben. Gegen 11.30 Uhr betreten zwei unmaskierte Räuber die Hauptgeschäftsstelle der Stadtsparkasse am Bismarckplatz. Es ist voll in der Schalterhalle. Viele wollen vor dem Weihnachtsgeschäft noch Geld abheben oder andere Geschäfte erledigen. In der Menge fallen die beiden Männer nicht auf.

In aller Seelenruhe stellen sie sich an zwei verschiedenen Kassenschaltern an. Beide warten, bis sie an der Reihe sind, legen dann Pistolen auf den Tisch und fordern die Kassiererinnen ruhig, aber bestimmt mit osteuropäischem Akzent auf: "Geld her! Mehr Geld!" Ihre Beute stopfen sie in schwarze Lederbeutel. Dann verlassen sie das Bankhaus ebenso unauffällig, wie sie es betreten haben. "Der Überfall lief für die Kundschaft und für die meisten Sparkassenmitarbeiter unbemerkt ab", sagte gestern Polizeisprecher Willy Theveßen.

Info

Gefasste Täter

Im Juli konnte die Polizei einen Bankräuber fassen, der zuvor die Sparkassenfiliale in Bettrath überfallen hatte. Der entscheidende Hinweis kam von einer Anwohnerin. Sie hatte sich das Kennzeichen des Fluchtautos notiert.

In Juni klickten nur fünf Minuten nach dem Überfall auf die Citibank an der Hindenburgstraße die Handschellen.

Nahm ein Täter ein Taxi?

Nach bisherigen Erkenntnissen trennten sich die Wege der Räuber vor der Sparkasse. Einer der Täter soll sich ein Taxi genommen haben. Die Ermittlungen dazu dauern noch an.

Nicht auszuschließen ist, dass die Räuber einer überregional tätigen Bande angehören. Im Oktober wurde genau auf diese Art und Weise eine Sparkasse in Kamp-Lintfort überfallen, im November war es eine Sparkassen-Filiale in Moers. Auch in diesen beiden Fällen betraten zwei Täter um die Mittagszeit die Geschäftsräume, stellten sich an Schaltern an, erzwangen Geld mit vorgehaltener Waffe und verließen anschließend ruhig die Geschäftsräume. Kein Passant kam bei den unmaskierten Männern auf die Idee, dass es sich um Bankräuber auf der Flucht handeln könnte. Und auch in der Schalterhalle hatte bis auf die bedrohten Kassiererinnen weder Kunden noch Kollegen von dem Überfall etwas mitgekommen.

Der kräftigere Täter hatte eine schwarze Mütze mit Schirm auf dem Kopf. Foto: Polizei

Im Ruhrgebiet sollen sich im Frühjahr und auch im Herbst ähnliche Überfälle abgespielt haben. Die jeweils unmaskierten Täter konnten trotz gestochen scharfer Bilder aus den Überwachungskameras noch nicht ermittelt werden. Es wird vermutet, dass die Räuber kurz nach den Taten über die Grenze flüchteten.

Die Mönchengladbacher Polizei wird nun überprüfen, ob es Zusammenhänge mit den Banküberfällen in den anderen Städten gibt. Die Täter in der Sparkasse am Bismarckplatz waren ähnlich gekleidet. Beide trugen graue Windjacken und Wollmützen. Der schmalere Täter trug eine graue Mütze mit einem farbigen Rand. Der kKräftigere hatte eine schwarze Mütze mit Schirm auf dem Kopf.

Die Stadtsparkasse hat zur Ergreifung und Verurteilung der Täter sowie der Wiederbeschaffung der Beute eine Belohnung von 5.000.- Euro ausgesetzt. Hinweise nimmt die Polizei unter 02161-290 entgegen.

Quelle: RP

 
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