Mönchengladbach: Dressurkunst im Flutlicht
VON ELLEN SCHLÜTTER - zuletzt aktualisiert: 13.07.2009Mönchengladbach (RPO). Das Wickrather Schlosspark-Turnier endete am Sonntag nach vier Tagen hochkarätigen Reitsports. Trotz Dauerregens lockte die Grand-Prix-Kür unter Flutlicht 2000 Zuschauer. Zusätzliches Highlight: Das rasante "Jump & Ride"-Rennen.
Gut besucht
Programm Das viertägige Turnier mit Spring- und Dressurprüfungen endete gestern mit dem Großen Preis von Mönchengladbach
Flutlicht-Kür 1. Anna-Katharina Lüttgen, 2. Bianca Kasselmann, 3. Heiner Schiergen
Besucher Die Flutlichtkür sahen 2000 Menschen, insgesamt lag die Besucherzahl auf Niveau der Vorjahre; angesichts des Wetters waren die Veranstalter zufrieden.
Als Anna-Katharina Lüttgen mit ihrem Pferd Zancor 2 auf dem Viereck Aufstellung nimmt und sich mit den ersten Klängen der Musik in Bewegung setzt, ist Ursula Strahl begeistert. "Bei den beiden sieht man einfach direkt, dass sie gut harmonieren", sagt die Mönchengladbacherin überzeugt. Die Bonner Reiterin ist am Samstagabend die letzte Starterin der Grand-Prix-Kür unter Flutlicht – die jedes Jahr für großen Publikumsandrang beim Wickrather Schlosspark-Turnier sorgt. Und der erste Eindruck von Ursula Strahl trügte nicht: Kurz vor Mitternacht steht Lüttgen als Siegerin der Flutlicht-Kür fest.
Unbeeindruckt vom Dauerregen
"Wir freuen uns schon, dass trotz des Wetters so viele hartgesottene Zuschauer gekommen sind", sagte Turniersprecherin Mareike Roszinsky. Denn viele der Besucher, die das Viereck säumten, sicherten sich schon Stunden vorher gute Plätze – unbeeindruckt vom hartnäckig andauernden Regen. Da zahlte sich auch der ausgebesserte Boden auf dem Platz aus. So spiegelte sich das Flutlicht zwar auf dem nassen Boden, die reiterlichen Darbietungen beeinflusste er jedoch nicht – und glücklicherweise erwischten die Reiter sogar eine Regenpause. Passende Musik – mal modern oder swingig, mal getragen und klassisch – untermalte die fliegenden Galoppwechsel und anspruchsvollen Piaffen. In das sanfte Licht getaucht wirkten die schwierigen Dressuraufgaben grazil und elegant, oft geradezu tänzerisch. "Die Atmosphäre hier ist immer eine ganz besondere", erzählt Strahl. "Normalerweise begleitet mich meine Mutter, aber heute hat sie angesichts des Wetters darauf verzichtet." Schweren Herzens, fügt Strahl hinzu.
Weniger auf Grazie und Anmut als auf Geschwindigkeit kam es am Freitagabend, beim ersten "Jump & Drive"-Rennen in Wickrath an. Je ein Springreiter und ein Autofahrer – ein Sponsor oder Prominenter – traten als Team an: Zuerst musste ein Hindernis-Parcours auf dem Pferd bewältigt werden. Dann stieg der Reiter schnellstmöglich zum wartenden Fahrer ins Auto und absolvierte ebenfalls einen Parcours. Die ungewöhnliche und rasante Show kam gut an – gerade bei jenen, die nicht als Pferdesport-Experten dort waren. "Actionreich und unterhaltsam: das war genau das Richtige für mich", sagt Stephanie Kolbe. die sich sonst weniger für Reitsport interessiert. Die Teams wurden gelost – und mit einem der Promis, Musiker und Extremsportler Joey Kelly, wurde Lokalmatador Marc Bettinger schnell eine Favoritenrolle zuteil. Leider übersprang er am vierten Hindernis statt der Stangen die Blumendekoration und wurde disqualifiziert – rein zeitlich hätte die Paarung den Sieg geholt. Davon profitierte das Gewinner-Team: Arndt Hüsges und Julius Losch, der sich extra das Pferd seines Bruders ausgeliehen hatte, das kleiner und so wendiger war. "Der Plan ist aufgegangen", verriet er lachend. Wie der aussah? "Einfach nur Gas geben!"
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