Mönchengladbach: Dritter Bankraub in sechs Monaten
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 23.06.2010 - 16:56Mönchengladbach (RPO). Unmaskiert stellen sich die Täter am Schalter an. Ungerührt zeigen sie den Kassierern ihre Waffe. Und seelenruhig verlassen sie mit ihrer Beute die Bank. Dreimal schon wurde die Stadtsparkasse so überfallen. Kunden ahnten nichts.
Die Polizei fahndet jetzt mit Bildern aus Überwachungskameras nach dem Mann, der am Dienstag die Hauptfiliale der Stadtsparkasse am Bismarckplatz überfiel. Es war der dritte Überfall innerhalb eines halbes Jahres. Auch diesmal kam der Täter unmaskiert. Kurz vor 16.30 Uhr betrat er unmaskiert die Schalterhalle. Von den anwesenden Kunden ließ er sich nicht beirren.
Er suchte sich einen freien Schalter aus, zeigte der Kassierin seine Waffe, die er aus einer mitgebrachten Plastiktüte zog, und verlangte Geld. Seine Beute, die laut Polizeisprecher Willy Theveßen „gering“ war, steckte er in einen Stoffbeutel mit roter Aufschrift, den er unter der Jacke verborgen hatte. Anschließend verließ er völlig seelenruhig die Bank. Der Überfall verlief so unauffällig, dass von den anwesenden Kunden niemand etwas bemerkt hatte.
Stieg der Täter in einen Zug?
Am Mönchengladbacher Hauptbahnhof verliert sich wenig später die Spur des Mannes. Möglicherweise stieg er in einen Zug. Auf jeden Fall blieb er unauffindbar. Sofort eingeleitete Fahndungsmaßnahmen verliefen negativ. Die Kriminalpolizei sucht deshalb Zeugen, die den etwa 1,80 bis 1,85 Meter großen Mann auf den Bildern der Überwachungskameras wiedererkennen und ihn möglicherweise in Bank- oder Bahnhofsnähe gesehen haben.
Am 17. März wurde die Stadtsparkasse auf die gleiche Art überfallen. Ebenfalls um kurz vor 16.30 Uhr reiht sich ein unmaskierter Mann in eine Schlage vor einer Kasse ein. Auch hier wird der Kassierin eine kleine schwarze Pistole gezeigt. Der Räuber packt seine Beute in einen blauen Jutebeutel und spaziert dann ohne Eile aus dem Bankgebäude.
Möglicherweise handelt es sich sogar um den selben Täter wie beim jüngsten Bankraub. Die Polizei schließt das nicht aus, kann es aber auch nicht mit Sicherheit bestätigen, dafür reiche die Qualität der vom Räuber aufgenommenen Bilder nicht aus. Immerhin: In beiden Fällen soll der Täter mit einem osteuropäischen Akzent gesprochen haben.
Der erste Raubüberfall auf die Stadtsparkasse am Bismarckplatz in dieser Art hatte am 22. Dezember stattgefunden. An diesem Tag waren zwei Täter in die Bank gekommen, ansonsten war das es gleiche Schema: keine Masken, keine Eile. Anstehen an der Kasse, Pistole zeigen, Geld verlangen, unauffällig mit Beute verschwinden. Dieser Bankraub wird mittlerweile einer ganzen Reihe von Überfällen vor allem im Ruhrgebiet zugeordnet.
Deshalb hat die Mönchengladbacher Polizei das Verfahren an Recklinghausen abgegeben, wo die komplette Überfallserie bearbeitet wird.
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