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Mönchengladbach: Drohung vor Doppelmord

VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 20.11.2007

Mönchengladbach (RPO). „Sogar Gott wird euch nicht vor mir schützen können.“ Erol P., der seine Frau und seine Tochter auf offener Straße in Rheydt tötete, soll einen Tag vor der Tat Todesdrohungen ausgesprochen haben.

Im Gerichtssaal, Ende Oktober: Michael Rost, Anwalt der beiden überlebenden Kinder der Familie P., Sabine Landow, ihr Vormund, Hiltrud Hoeren, Nebenklägerin des Vergewaltigungsopfers, Gülsen Celebi, Nebenklägerin der Schwester, und Rainer Pohlen, einer der beiden Anwälte von Erol P. (v.l.n.r.) Foto: RPO

In der Nacht vor dem Doppelmord soll das spätere Opfer Rukyie P. keinen Schlaf gefunden haben. Die Frau, die im Alter von 17 Jahren mit Erol P. verheiratet wurde, habe bis 4 Uhr in den Morgenstunden mit ihrer Familie telefoniert und sie gewarnt: „Seid morgen nicht in eurer Wohnung, denn mein Mann hat gedroht, euch etwas anzutun.“ Das sagte gestern eine Schwester der Getöteten vor Gericht aus. Unmittelbar vor den verhängnisvollen Schüssen an der Frankenstraße hatte es eine familiengerichtliche Verhandlung gegeben, in der es um das Umgangsrecht für die drei gemeinsamen Kinder des getrennt lebenden Ehepaares ging. Im Amtsgericht Rheydt konnte keine Einigung erzielt werden. Nur wenig später drückte Erol P. ab und tötete Frau und Tochter mit Kopfschuss.

„Die Ehe war die Hölle“

Erol P. habe wohl geahnt, dass er die Kinder verlieren werde, so die Schwester. Deshalb habe er seine Frau mit unterdrückter Nummer angerufen und ihr gesagt, er werde ihrer Familie etwas antun. In ihrer ersten Vernehmung bei der Polizei hatte die Schwester noch zu Protokoll gegeben, Erol P. habe damit gedroht, alle auszulöschen, auch seine Frau. Gestern ließ die türkischstämmige Frau durch eine Dolmetscherin erklären, der Angeklagte habe es auf die Schwestern abgesehen. „Zu Rukyie sagte er: Dir tue ich nichts. Dich werde ich in der Seele treffen.“

„Als ich das persönliche Gespräch mit Rukiye P. hatte, sah ich eine gebrochene Frau vor mir“, berichtete gestern Gülsen Celebi, die Rechstanwältin, die das spätere Mordopfer im Sorgerechtsprozess vertrat. „Sie zitterte, als sie mir von ihrem Martyrium berichtete, davon, wie sie von ihrem Mann jahrelang gedemütigt, gefoltert, vergewaltigt und geschlagen wurde.“ Rukiye sei sehr junge gewesen, als sie mit Erol P., ihren Cousin, verheiratet wurde. Die Ehe sei von Anfang an „die Hölle“ gewesen. Nach ihr habe ihre älteste Tochter Derya am meisten gelitten.

Rukiyes Schwester berichtete, dass Erol P. einmal mit einem Brotmesser auf seine Tochter losgegangen sei. Da war ihm zu Ohren gekommen, Derya habe in der Schule neben einem Jungen gesessen. Erol P. sei ausgerastet. Er habe geschrien: „Du Hure, ich werde dich in Scheiben schneiden. Wie kannst du meine Ehre nur so beschmutzen.“ Nach Aussagen der Schwägerin hätte Erol P. seine Tochter schon damals umgebracht, wenn die Familie nicht dazwischen gegangen wäre.

Auch ein Mitschüler von Derya sagte gestern aus, dass das Mädchen einmal fast einen Monat in der Schule gefehlt habe. „Als sie wiederkam, sah ihr Gesicht ganz anders aus.“ Auf dem gemeinsamen Nachhauseweg habe sie geweint und von dem Stress mit dem Vater erzählt. Dabei habe Derya auch gesagt, ihr Vater habe der Familie oft gedroht: „Ich bin euer Gott, ich hole eure Seelen.“

Quelle: RP

 
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