Mönchengladbach: Drohungen vor der Demo
VON ANDREAS GRUHN - zuletzt aktualisiert: 05.11.2007Mönchengladbach (RPO). Ein starkes Polizeiaufgebot sicherte Samstag in Rheydt den Protest von 400 Türken gegen Terror und die kurdische Untergrundorganisation PKK. Einige Teilnehmer berichteten von Drohanrufen. Die Kundgebung verlief friedlich.
Rot-weiße türkische Fahnen, Sprechchöre: „Nieder mit der PKK!“ und Transparente mit der Aufschrift: „Gib dem Terrorismus keine Chance“ – diese Demonstration von gut 400 Türken auf dem Rheydter Marktplatz verlief am Samstag friedlich. Doch im Vorfeld der Veranstaltung hat es anscheinend Spannungen gegeben.
Einige der Demonstranten gegen die kurdische Untergrundorganisation PKK erklärten, sie hätten Drohanrufe erhalten. „Zweimal riefen Leute bei mir an und bedrohten mich, ich sollte nicht zur Kundgebung gehen. Aber ich habe keine Angst, ich will die Sache einfach vergessen,“ sagte ein Teilnehmer, der ungenannt bleiben wollte. Mit Übergriffen gegen sein Wohnhaus hätten die Anrufer gedroht, sollte er sich an der Kundgebung beteiligen.
Was ist die PKK?
Partei Die PKK ist die Arbeiterpartei Kurdistans, eine kurdische Untergrundorganisation mit Ursprung in der Türkei.
Gewalt Mit Anschlägen und anderen Gewaltakten kämpft die PKK für kulturelle Autonomie. Ursprünglich war ein unabhängiger kurdischer Staat das Ziel.
Kein Marsch, nur Kundgebung
Von Drohungen wusste die Polizei hingegen ebenso wenig wie Kemal Isik, Organisator der Kundgebung. „Ich habe keinen solchen Anruf erhalten“, sagte Isik gestern. Gleichwohl hatte sich die Polizei mit einem großem Aufgebot auf die Demonstration vorbereitet und sich mit dem Veranstalter verständigt, dass es nur auf dem Marktplatz eine Kundgebung geben sollte – und nicht wie ursprünglich vorgesehen einen Demonstrationszug durch die Innenstadt bis zum Marienplatz.
Etwa 3000 Teilnehmer würden erwartet, hatte es geheißen. Auslöser der Kundgebung waren Kämpfe zwischen Türken und Kurden an der türkischen Grenze zum Irak vor einigen Tagen.
Die Folgen des türkisch-kurdischen Konfliktes an der Grenze zwischen Türkei und Irak hatten sich erst kürzlich auch in Mönchengladbach bemerkbar gemacht. Der Fußballkreis Mönchengladbach-Viersen sagte Ende Oktober das Topspiel der Kreisliga B zwischen dem türkischen Club Türkiyemspor und dem kurdischen Verein Welate Roj ab. Begründung: „Weil die Sicherheit aufgrund der politischen Lage nicht garantiert werden kann.“
Die Organisatoren der Rheyder Kundgebung hatten angekündigt, bei dem Spiel zu demonstrieren. Gülistan Yüksel, Türkin und Vorsitzende des Ausländerbeirates der Stadt, soll nun zwischen den Vereinen vermitteln. Für eine Stellungnahme zu der Demonstration war Gülistan Yüksel gestern nicht zu erreichen.
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