Mönchengladbach: Duschen im Büro
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 17.05.2007Mönchengladbach (RPO). Die Nachbarschaft von Borussia bleibt erstklassig: Im Denkmalbereich des Nordparks ist nun auch das letzte Gebäude verkauft. Es wird für Millionen restauriert. Dort entstehen moderne Büros, für die es Interessenten gibt.
Diese Erfahrung macht der Hausverwalter Ralf Maibaum auch nicht alle Tage. „Wir haben noch gar keine Werbung gemacht und trotzdem schon drei Mieter.“ Allerdings sind es auch keine gewöhnlichen Büroräume, die Maibaum zu vergeben hat. Sie liegen im größten der denkmalgeschützten Häuser im Nordpark. Und wenn das 100 Jahre alte Gebäude denn in eineinhalb Jahren fertig renoviert ist, wird es auf der Höhe der Zeit sein: Echtholzparkett, Videoüberwachung , Stahlemporen, Galerien – und Duschen für jede Büroeinheit. Das sei heute sehr gefragt, weiß Maibaum zu berichten. „Dann können die Mitarbeiter in der Mittagspause joggen und sich danach frisch machen.“
In Gladbach verdient
Das Geld für die beträchtliche Investition ist in Mönchengladbach verdient worden. Ein Odenkirchener Textilunternehmer wird 700 000 Euro an den Eigentümer Entwicklungsgesellschaft bezahlen. Rund vier Millionen Euro wird die Restaurierung kosten. In dem 3900 Quadratmeter großen Gebäude wird kein Stein auf dem anderen bleiben. Als erstes wird das Dach in Angriff genommen. „Darum hat der Investor darauf gedrängt, dass der Vertrag schnell unterschrieben wird“, sagt Maibaum. Firmen werden dort Einheiten zwischen 150 und 1000 Quadratmeter mieten können.
Für Architekt Uwe Meincke ist das Gebäude das repräsentativste im Denkmalbereich. „Schließlich liegt es mit einer langen Fassade direkt an dem zentralen Platz.“ Ursprünglich beherbergte das Haus ein Zöglingsheim. Das britische Militär nutzte es für Büros und hatte seine Kantine darin untergebracht. Als Rarität und „echte Perle“ sieht Maibaum das Objekt, das von allen im Denkmalbereich als letztes verkauft und saniert wird.
Die Entwicklungsgesellschaft (EWMG) und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFMG) hatten selbst ein Auge auf das Gebäude geworfen. „Es gab den Plan, dort gemeinsam unter ein Dach zu ziehen“, sagt Wirtschaftsförderer Dr. Ulrich Schückhaus. „Doch als die Anfrage des Investors kam, haben wir diese Pläne natürlich sofort zurückgestellt“, so Manfred Nieland, Geschäftsführer der EWMG. Schließlich bringe der Verkauf nicht nur Geld, sondern der Stadt auch Arbeitsplätze.
Einer der drei Interessenten, die kurz vor dem Abschluss stehen, hat seinen Firmensitz bisher in Neuss. Rund 50 Menschen werden ab Ende 2008 wohl am Konrad-Zuse-Ring 23 arbeiten. Dann sind im Denkmalbereich binnen rund zehn Jahren über 450 Arbeitsplätze entstanden. Damit ist der Denkmalbereich ein gelungenes Beispiel für eine Umstrukturierung. Nachdem nun alle Gebäude verkauft sind, bleiben zwei bebaubare Grundstücke übrig.
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