Mönchengladbach: ECE kämpft um Gladbach
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 05.09.2009Mönchengladbach (RPO). Die Hamburger Gruppe ist weiter fest entschlossen, eine Einkaufsgalerie in der City zu bauen. ECE will den Komplex nun auch bis zum Lichthof ziehen – und lockt die Eigentümer und Entscheider mit Argumenten.
Das Unternehmen
Gründung ECE wurde 1965 von Versandhauspionier Werner Otto gegründet und befindet sich im Besitz der Familie Otto.
Shopping-Center Seit 2000 wird das Unternehmen von Alexander Otto geführt und hat sich nach eigenen Angaben zum europäischen Marktführer für innerstädtische Shopping-Center entwickelt.
Projekte Überdies entwickelt und realisiert ECE Verkehrsimmobilien, Logistikzentren, Firmenzentralen, Bürokomplexe
Wenn bei der Stadt am 15. September die Unterlagen zur Ausschreibung für die neue Einkaufsgalerie ankommen, wird das Paket aus Hamburg besonders dick sein. ECE-Geschäftsführer Dr. Gerd Wilhelmus bestätigte gestern, dass die Hamburger Gruppe sich mit zwei Alternativen bewirbt. "Wir wollen an der Hindenburgstraße entlang bauen", sagte Wilhelmus der RP.
Taktisch geschickt
So überraschend der Vorschlag auf den ersten Blick sein mag – schließlich hat ausgerechnet Konkurrent MFI eine Kaufoption für die Theatergalerie – so taktisch geschickt ist er. Denn er rückt die Tatsache ins Blickfeld, dass MFI nur dann wirklich Eigentümer der strategisch so günstig gelegenen Theatergalerie wird, wenn die Stadt MFI auch den Zuschlag zum Bau gibt.
"Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Stadt Mönchengladbach das Heft des Handelns aus der Hand gibt und sich den Gewinner einer Ausschreibung von einem Grundstückseigentümer diktieren lässt", sagt Wilhelmus. Tatsächlich würden die Eigentümer von Theatergalerie und Lichthof im Zweifel natürlich auch an ECE verkaufen. "Wir sind jedenfalls gerne bereit, Grundstücke an der Hindenburgstraße ebenfalls aufschiebend bedingt zu kaufen", erklärt der ECE-Geschäftsführer.
Er sieht sich gegenüber Konkurrent MFI nicht entscheidend im Nachteil. Denn wenn die Stadt sich für seine ECE-Gruppe entscheide, bekomme sie anschließend garantiert ein Einkaufszentrum. Das stelle die zweite Alternative sicher. Die entspricht im Wesentlichen den Plänen, die ECE 2008 vorgestellt hatte: ein Einkaufszentrum, das die Stepgesstraße überspringt und ins Gründerzeitviertel hineinragt.
ECE argumentiert also folgendermaßen: Sollte die Stadt MFI den Zuschlag geben und sich herausstellen, dass die Lösung entlang der Hindenburgstraße doch nicht umgesetzt werden kann, stünde sie mit leeren Händen da. Sollte man ECE den selben Auftrag geben und das Einbeziehen der anderen Grundstücke an der Hindenburgstraße gelänge nicht, könnte ECE immer noch über die Steinmetzstraße hinweg bauen. "Und diese Lösung funktioniert erwiesenermaßen", so Wilhelmus. Allerdings wird sie von allen relevanten Entscheidern als die städtebaulich schlechtere Lösung empfunden.
Prüfung der Varianten
Es wird dies die erste ganz wichtige Entscheidung sein, die der neue Rat zu treffen hat. Voraussichtlich Anfang 2010 stimmen die Politiker darüber ab, ob ECE oder MFI bauen sollen. Die Entwicklungsgesellschaft (EWMG) wird den Politikern nach Prüfung der Varianten nach einem schon fest gelegten Kriterienkatalog eine der Varianten empfehlen.
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