Mönchengladbach: ECE und Mfi beharken sich
VON RALF JÜNGERMANN, MARTIN RÖSE UND SEBASTIAN PETERS - zuletzt aktualisiert: 29.01.2010Mönchengladbach (RPO). Nun gibt es in unmittelbarer Nachbarschaft noch einen weiteren Schauplatz, auf dem die beiden Einkaufsgalerie-Giganten ECE und Mfi die Klingen kreuzen. Wie die RP gestern erfuhr, ist nun auch die Essener Mfi daran interessiert, in der Krefelder Innenstadt ein großes Einkaufszentrum zu bauen und hat offenbar erste Gespräche mit Grundstücksbesitzern geführt.
Bisher war nur bekannt gewesen, dass die Hamburger ECE-Gruppe in der Seidenstadt ein rund 25 000 Quadratmeter großes Einkaufszentrum bauen will.
Das plötzliche Auftauchen von Mfi werten Insider als weiteres Zeichen dafür, dass zwischen der Nummer eins und Nummer zwei im deutschen Markt gerade mit besonders harten Bandagen gekämpft wird. In Mönchengladbach wähnte sich Mfi nach der Kaufoption für die Theatergalerie kurz vor dem Ziel. ECE, das bereits 2008 Pläne für ein "Forum" ausgearbeitet hatte, hat aber längst nicht aufgegeben und erwirbt weiter Grundstücke in der Gladbacher City. In Krefeld ist es nun genau umgekehrt.
Dort sollte gestern ECE den Fraktionsvorsitzenden Pläne für ein Einkaufszentrum zwischen Rhein- und St.Anton-Straße vorstellen. Doch der Termin fiel aus – weil ECE tags zuvor überraschend der Verwaltung einen ganz anderen Plan präsentiert hatte. Nach dem würde unter anderem auf dem Gelände des jetzigen Seidenweberhauses ein Einkaufszentrum gebaut. Am selben Tag wurde bekannt, dass auch Mfi Interesse hat.
"Das könnte eine Retourkutsche für das sein, was gerade in Mönchengladbach passiert", vermutet ein Insider. Die Folgen müssen für die Stadt allerdings keine negativen sein. Im Gegenteil: Möglicherweise ziehe sich schließlich einer der beiden Konkurrenten aus der einen Stadt zurück, dafür komme der andere in der Nachbarstadt zum Zuge. Schon in den nächsten Wochen dürfte die Vorentscheidung fallen, wer in der Mönchengladbacher Innenstadt baut. Entscheiden wird letztlich der Rat. Und es ist nicht ausgeschlossen, dass der unterlegene Bewerber anschließend die Gerichte bemüht.
In Krefeld dürfte es ECE schwer haben, den neuen Plan umzusetzen. Er stieß vor vier Jahren schon auf Widerstand in der Politik. Die Politiker fürchten, ein Magnet im Norden der City würde die Innenstadt zu sehr schwächen. "Es bestünde die Gefahr der Überdehnung der City", sagte Jürgen Wettingfeld (CDU). In diese Lösung einbezogen wäre nach dem Willen von ECE auch das Gelände, auf dem jetzt Kaufhof und Sparkasse ihren Sitz haben.
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