Mönchengladbach: EDV-Fusion: Gladbach sträubt sich
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 19.12.2007Mönchengladbach (RPO). Soll Mönchengladbach mit den Datenzentralen Düsseldorf und Neuss fusionieren? Mit dieser Frage wird sich heute der Rat beschäftigen. Doch schon jetzt zeichnet sich ab: Die Stadt will nicht. Denn es gibt Bedenken, auch wenn ein Kienbaum-Gutachten errechnet hat, dass der neue Zweckverband jährlich etwa 7,4 Millionen Euro sparen könnte. Auf Mönchengladbach herunter gerechnet wären das immerhin noch 1,48 Millionen Euro. Dennoch rät die Verwaltung ab. Grund 1: In dem neuen Zweckverband wäre Mönchengladbach der kleinste Partner mit dem kleinsten Stimmenanteil, aber auch mit dem kleinsten Einsparpotenzial. Grund 2: Die Fusion könnte für die Stadt teurer als erwartet werden, sagt die Verwaltung. Alternativ zum Kienbaum-Gutachten hatte sich eine gemeinsam von Düsseldorf, Mönchengladbach und Neuss besetzte Arbeitsgruppe mit dem Thema Fusion befasst. Beide kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Nach Kienbaum müsste Gladbach gut 20 Prozent der Kosten tragen, nach Untersuchungen der Arbeitsgruppe 14 Prozent. Zwar hat sich Düsseldorf mittlerweile bereiterklärt, für Mönchengladbach einen jährlichen Sachkostenanteil von 300 000 Euro pro Jahr zu übernehmen, aber das Angebot ist befristet auf vier Jahre. Was passiert danach? Grund 3: Unsicherheiten gibt es auch in der Personalfrage. Für den Zweckverband sollen alle drei Städte Mitarbeiter abordnen. Sie sollen fünf Jahre Angestellte der Stadt bleiben. Gleichzeitig ist es aber Ziel, Stellen im Verband nach und nach abzubauen. Und: Nach fünf Jahren besteht der Verband auf einen endgültigen Wechsel. Wer zwischenzeitlich nicht pensioniert wurde und zurück zur Stadt möchte, muss wieder aufgenommen werden. Für die Stadt könnte dies zusätzliche Personalkosten in Millionenhöhe bedeuten, sagt die Verwaltung.
Neuss und Düsseldorf haben der Fusion bereits zugestimmt. Gladbach sträubt sich, will „aber nicht alle Türen zuschlagen“, wie Stadtsprecher Wolfgang Speen erklärte. Schließlich kooperiert das „Trio“ schon als Mitglied der IT-Kooperation Rhein/Ruhr. Speen: „Eine Möglichkeit wäre, die Zusammenarbeit weiterzuführen, indem wir Bausteine übernehmen, andere Leistungen aber einkaufen.“
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







