Mönchengladbach: Eicken lässt Pro NRW abblitzen
VON JAN DREBES UND GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 09.10.2010 - 15:47Mönchengladbach (RPO). Bei der Protestaktion gegen die geplante Islamschule blieb die rechtspopulistische Bewegung Pro NRW am Samstag weitgehend unter sich. Rund 178 Demonstranten waren gekommen, dafür gab es fast doppelt so viele Polizisten.
Es sollte die größe Demonstration des Jahrzehnts werden, am Ende kamen insgesamt nur etwa 500 Menschen – deutlich weniger, als von den Veranstaltern angegeben. Trotz intensiver Werbung im Internet und über Flyer kamen am Samstag nur 178 Anhänger von Pro-NRW zur Protestaktion gegen die Salafisten.
Aber auch die Veranstalter der Gegendemonstration waren enttäuscht. 1000 Menschen hatte das Bündnis gegen Rechts schon einmal für eine Demonstration gegen die NPD mobilisieren können. Diesmal kamen nur 400, sagen die Veranstalter. Beobachter glauben zu wissen, dass es noch weniger waren. Aus Polizeisicht verlief alles störungsfrei.
Bei geschätzten 300 eingesetzten Beamten mag das auch nicht verwundern. Zwar hängten sich zwischenzeitlich einige junge Männer aus der Hooligan-Szene an den Demonstrationszug von Pro NRW und den Republikanern. Doch Ordner sorgten dafür, dass sie schnell wieder aussortiert wurden. Auf der Eickener Höhe, in Sicht- und Hörweite zur Moschee, hatte die Polizei Absperrungen aufgebaut.
Ein ursprünglich geplantes Vorbeimarschieren an der Moschee wurde den Rechtspopulisten aus Sicherheitsgründen verboten. Hier, auf der schmalen Straße zwischen Wohnhäusern, hielten die Veranstalter eine erste Kundgebung ab. Man sei demokratisch und patriotisch hieß es. Man grenze sich ab von Rechts- und Linksradikalen.
Doch dann gab Andreas Moldau, der für die NPD im niedersächsischen Wolfenbüttel kandidierte, dort noch in diesem Jahr im Kreistag saß und mittlerweile Mitglied von Pro-NRW ist, rechtsextremistische Parolen kund.
Wenige Meter von der Pro-NRW-Abschluss-Kundgebung auf dem Eickener Markt entfernt trafen sich Gegendemonstranten vom Bündniss gegen Rechts. In der Kirche Sankt Maria Rosenkranz sprachen sich Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche gegen Rechtsextremismus aus. „Wir verstehen die Sorgen der Eickener Bürger wegen der geplanten umstrittenen Islamschule“, sagte Regionaldekan Ulrich Clancett.
Auch die Kirchen pochten auf die Einhaltung der Grundrechte und des Rechtes auf Gleichberechtigung von Mann und Frau. Trotzdem halte man an den Tugenden Toleranz und Wertschätzung fest, so erklärten alle Redner. Es gebe viele gute und bereichernde Begegnungen mit Muslimen, und man habe großen Respekt vor integrationswilligen Menschen.
Das Bündnis gegen Rechts, dem neben den Kirchen rund 40 Vereine und Verbände angehören, befürchtet, dass sich nun Organisationen in den Eickener Konflikt einmischen werden, die man eigentlich nicht haben will. „Wir wollen keine Rechtsextremisten, egal ob sie schwarze Stiefel oder Nadelstreifen tragen“, erklärte Oberbürgermeister Norbert Bude.
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