Mönchengladbach: Ein Friedhof für Waldi und Mieze
VON INGE SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 20.02.2010Mönchengladbach (RPO). Bundesweit gibt es mehr als 100 Tierfriedhöfe. Tierfreunde finden dort einen Ort zum Trauern, wenn Hund oder Katze verstorben sind. Die CDU-Fraktion wird im Hauptausschuss am Mittwoch einen Tierfriedhof für Gladbach beantragen. Damit lässt sich sogar Geld verdienen.
Renate Zimmermanns hat die Idee nicht fallen gelassen. Im Gegenteil, die frühere Bezirksvorsteherin von Odenkirchen und heutige Bürgermeisterin der Gesamtstadt, wird nicht müde, sich immer wieder für eine würdige letzte Ruhestätte für Haustiere einzusetzen. "Ich kann die Menschen gut verstehen, die ihre Haustiere nach deren Tod in einer Art und Weise bestatten möchten, die ihnen angemessen und würdevoll erscheint", sagt die CDU-Politikerin. In ihrer Partei hat sie für ihr Vorhaben geworben. Mit Erfolg: Am kommenden Mittwoch wird dem Hauptausschuss ein entsprechender Antrag vorliegen.
Für ihr Anliegen hat Renate Zimmermanns nicht nur emotionale Gründe, für die Einrichtung eines Tierfriedhofs sprechen auch ganz handfeste Argumente. Andere Städte, wie Bielefeld und Saarbrücken, machen es seit Jahrzehnten vor: Sie nehmen mit ihren Tierfriedhöfen Geld ein. In ihrem Antrag formuliert die CDU-Ratsfraktion drei Aufträge an die Verwaltung. Sie möge prüfen, welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen, um im Stadtgebiet einen Tierfriedhof einrichten und betreiben zu können.
Außerdem soll die Verwaltung nachforschen, ob es private Interessenten für die Einrichtung eines solchen Areals gibt, und welche städtischen Grundstücke zur Verfügung gestellt werden könnten. "Durch den Verkauf oder die Verpachtung eines städtischen Grundstücks für die Errichtung und den Betrieb eines Tierfriedhofs können ein Verkaufserlös oder Pachteinnahmen erzielt und der Pflegeaufwand für dieses Grundstück eingespart werden", heißt es im Antrag.
Die Stadt kann und wird von sich aus keinen Tierfriedhof betreiben. Denn das wäre eine freiwillige Leistung, die aufgrund der desolaten Haushaltssituation nicht realisierbar ist. Dazu Renate Zimmermanns: "Wir sind dennoch zuversichtlich, dass sich wie in anderen Städten und Gemeinden private Interessenten finden werden, die in Mönchengladbach einen Tierfriedhof einrichten könnten." In der Tat hatten sich im vergangenen Jahr nach einer Veröffentlichung in der Rheinischen Post Interessenten bei ihr gemeldet.
Bundesweit gibt es mehr als 100 Tierfriedhöfe. In der nähreren Umgebung sind es Tierfriedhöfe in Wuppertal und Krefeld, die privat betrieben werden. Für Mönchengladbach sieht Renate Zimmermanns auf jeden Fall Bedarf. Sie selbst musste erleben, dass sie ihren Hund, als der im Alter von 15 Jahren starb, nicht würdig begraben konnte. Sie ist sicher, dass es Tierbesitzern helfen würde, wenn sie am Grab ihrer Lieblinge einen Ort zum Trauern hätten.
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