Serie: Wie geht eigentlich..?: Ein "Helau" vom Tannenbaum
VON OLIVIA BECKER - zuletzt aktualisiert: 01.02.2012Mönchengladbach (RP). Karnevalskostüme sind oft teuer. Dabei ist es gar nicht schwer, selbst eine tolle Verkleidung zu nähen: Aus einer Decke, Filz und einer Lichterkette wird mit etwas Geschick das Tannenbaumkostüm – eine Schneiderin erklärt, wie.
Rotkäppchen, Pippi Langstrumpf oder doch lieber ein Gartenzwerg: Die Kostümenauswahl für die Karnevalszeit ist groß – aber auch teuer. Herrenschneiderin Monika Schatz, weiß Rat: "Wie wär's mit einem Tannenbaumkostüm? Einzigartig und preiswert." Seit über 30 Jahren arbeitet sie in der Kostümabteilung des Mönchengladbacher Theaters. Nun zeigt sie, dass sich auch Grünschnabel leicht ein Kostüm nähen können.
Eine Lichterkette ziert den Kopf
Auf einem großen Bogen Pappe setzt sie zuerst ein Maßband an. "Jetzt kommt es darauf an, wie hoch der Hut sein soll", sagt die Schneiderin und benutzt das Band als Zirkel, um einen 32 Zentimeter breiten Halbkreis zu zeichnen. Ausgeschnitten und zu einer Tüte geformt, ist er leicht mit Klebeband zu festigen. Dann beklebt sie den Pappekegel mit grünem Plüschstoff. "Jetzt sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt", sagt die Schneiderin und fängt augenblicklich damit an, den Tannenzipfel zu verzieren. Christbaumkugeln und eine Lametta-Kette näht sie mit wenigen Stichen an der Kopfbedeckung fest.
Der Narrenhut scheint fertig, als sich Monika Schatz eine Schere nimmt und Löcher in die grüne Bastelei sticht. Keine Angst – sie findet den Hut gut gelungen. Als besonderes Highlight schmückt sie ihren Tannenzipfel mit einer batteriebetriebenen Lichterkette. Die Lichterstäbe steckt sie von innen durch die Löcher. Den Batterieeinsatz haftet sie im Hohlraum mit Klebestreifen fest. Mit einem angenähten Gummiband am Hutrand fällt dieser nicht vom Kopf.
Nun folgt der zweite Teil des Kostüms: ein Cape, bestehend aus einer Plüschdecke. "Die ist flauschig und hält schön warm", sagt Schatz. Dann nimmt sie sich eine Spitze der rechteckigen Decke in die Hand und legt die Enden zu einem Dreieck glatt übereinander. Den Schritt wiederholt, liegt die Decke vierlagig auf dem Tisch. Besagte Spitze schneidet sie großzügig für den Halsausschnitt ab. Dann misst sie sich von der Schnittkante die Länge aus, die der Mantel für sie haben sollte. Bei einem Meter macht sie eine Markierung. Kurzerhand kappt sie auch den unteren Teil der Decke mit einer Schere ab. Auseinandergelegt zeichnet sich schon eine Cape-Form ab. Nun ist die Nähmaschine gefragt.
"Den Stich stelle ich auf groß. Dann steppe ich zweimal an der Kante des Halsausschnitts entlang." Gesagt, getan. Das eingenähnte Kräuselband nimmt sie an beiden Seiten in die Hände und zieht solange den Stoff zurecht, bis er die gewünschte Halsweite hat. Dann näht sie ein passend-grünes Samtband an derselben Kante fest, mit dem der Mantel um den Hals festgebunden wird. Filzkerzen, Christbaumkugeln und Lametta verzieren – fertig. Der Karneval kann kommen.
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