Mönchengladbach: Ein neuer Stützpunkt für die Pflege
VON INGE SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 15.06.2010Mönchengladbach (RPO). Keine stundenlangen Wartezeiten, keine Praxisgebühr – dafür umfassende Beratung: So präsentiert sich seit gestern der neue Pflegestützpunkt im Medicentrum an der Dahlener Straße. Pflegenden Angehörigen sollen lange Wege und Formular-Chaos erspart werden.
Die Eltern sind zunehmend pflegebedürftig geworden, die Angehörigen wollen alles alleine schaffen, wissen aber oftmals nicht mehr weiter. Sie rennen von Amt zu Amt, ersticken in Anträgen und Broschüren. "Das kostet Zeit und Kraft", sagte gestern Ulla Schmidt (MdB). "Und beides brauchen sie dringend für die Pflege." Die ehemalige Gesundheitsministerin war gestern bei der Eröffnung des neuen Pflegestützpunktes im Medicentrum an der Dahlener Straße in Rheydt zu Gast. Im ehemaligen Tabakladen im Erdgeschoss des Ärztehauses bieten ab sofort zwei Pflegeberater ihre Hilfe an. Die Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK), die Techniker Krankenkasse (TK) und die Stadt haben die Einrichtung gemeinsam auf die Beine gestellt.
Pflegestützpunkt
Rheydt im Medicentrum an der Dahlener Straße 69, 41239 Mönchengladbach
Kooperation zwischen der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK), Techniker Krankenkasse (TK) und dem Fachbereich Altenhilfe der Stadt Mönchengladbach, Fliethstraße 86-88
Keine stundenlangen Wartezeiten, keine Praxisgebühr – dafür eine optimale Beratung. So benennt Heinz Frohn, Regionaldirektor der AOK Rheinland/Hamburg, die Vorzüge des Pflegestützpunktes. "Der pflegebedürftige Mensch und seine Angehörigen brauchen jegliche Unterstützung. Deshalb sind wir glücklich, diese Servicestelle eröffnen zu können", sagten Wilfried Jacobs, Vorsitzender der AOK, und Günter van Aalst, Leiter der TK-Landesvertretung.
Die Pflegeberater bieten umfassende Informationen zur gesetzlichen Pflegeversicherung, Krankenversicherung und Sozialhilfe. Sie geben Auskünfte über Leistungen und Entlastungsangebote für Pflegende. Sie klären Kostenfragen, und sie sind behilflich, wenn Anträge rund um die Pflege zu stellen sind. Die Leistungen können alle Bürger in Anspruch nehmen – egal welcher Krankenkasse sie angehören. "In unserer Einrichtung wird ein Satz nie zu hören sein: Dafür bin ich nicht zuständig", sagte Heinz Frohn.
Denn auch da, wo nicht unmittelbar geholfen werden kann, stellen die Pflegeberater den Kontakt zu den entsprechenden Stellen her. "In der Bündelung liegt die neue Qualität", betonte Ulla Schmidt. "Wir müssen verantwortungsvoll mit den Bürgern umgehen." Der neue Pflegestützpunkt besteht aus einem Raum mit zwei Beratungsplätzen. "Sollte einmal etwas Vertrauliches besprochen werden müssen, können die Berater unsere Räume benutzen", sagte Heinz Frohn. Die AOK hat ihren Sitz im Medicentrum, die TK ist gleich nebenan.
"Wir verschließen nicht die Augen vor dem demografischen Wandel, sondern gestalten ihn schon heute", sagte der städtische Beigeordnete Dr. Michael Schmidt. Mit der Einrichtung von Pflegestützpunkten solle die Versorgungsqualität und -kontinuität für pflegebedürftige Menschen verbessert werden. "Außerdem werden hier die verschiedenen Versorgungssysteme eng vernetzt." Geplant ist auch der enge Kontakt zu Selbsthilfegruppen.
Der Pflegestützpunkt ist montags und dienstags von 9 bis 16 Uhr, mittwochs und freitags von 9 bis 12 Uhr und donnerstags von 9 bis 18 Uhr geöffnet.
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