Mönchengladbach: Ein Prinz als Schlagerstar
VON MAGDA KORRES - zuletzt aktualisiert: 02.02.2009Mönchengladbach (RPO). Jedem Tierchen sein Pläsierchen. Dem Karnevalsmotto folgend zeigte sich beim Rheydter Prinzenbiwak sogar ein Zwergpinscher von seiner närrischen Seite. Da sprang der gelb-blaue Funke schnell aufs jecke Volk über.
Zur Eröffnung des Biwaks der Großen Rheydter Prinzengarde marschierte Oberbürgermeister Norbert Bude mit seiner Garde, den Gelb-Blauen Funken, auf die Bühne. Nach einem Blick zum Himmel meinte er, die Gardisten müssten in den letzten Wochen recht brav gewesen sein. Denn statt der von den Wetterfröschen angesagten Schneeflocken lugte die Sonne durch die Wolken, und der Himmel nahm immer mehr blaue Farbe an.
Erlös für Eltern-Akademie
Der Erlös des Biwaks geht in diesem Jahr an die Eltern-Akademie. Diese hat es sich zur Aufgabe gemacht, Hilfe zu geben bei der Vermeidung von Kinder-Unfällen und bei der Reanimation. Schirmherrin ist die Gattin des Oberbürgermeisters Birgit Bude. Mitbegründer Ralph Köllges erklärte: "Wir möchten aus Mönchengladbach eine Reanimierungs-Stadt machen." An einem Stand konnten sich Interessenten informieren.
Die Gelb-Blaue Garde tanzte, und so langsam füllte sich der Marktplatz. Aus Aachen waren die "Öecher Penn" mit Prinz Thomas und einem Riesengefolge gekommen. Die brachten echte Stimmung mit und sorgten dafür, dass die Besucher die Kälte kaum noch spürten. Prinz Thomas hat keine Prinzessin, aber einen großen Hofstaat, der in verschiedenen historischen Kostümen auftritt. An Tollität Thomas ist ein Animateur verloren gegangen. Er sang mit dem Hofstaat einen Querschnitt durch die Närrische Hitparade und auch das Lied des Gladbacher Prinzenpaares "Wenn nicht jetzt, wann dann..."
Seit vielen Jahren ist Erika Brücher "die Möhn von Rheydt", wie sie selbst sagt. Bei fast jeder karnevalistischen Veranstaltung ist sie anzutreffen. Auch beim Biwak sah man sie schon von weitem, einen bunten Clown im Arm und die Maske in der Tasche. Und noch eine Besonderheit unter den Besuchern fiel ins Auge. Frauchen Kirsten Rahmen, Enkelin des früheren Oberbürgermeisters Rahmen von Rheydt, mit ihrer Zwergpinscherhündin Wilma.
Die hatte auf dem Kopf ein gebasteltes und bemaltes Schiffchen der Rheydter Prinzengarde und war in einen grob gestrickten Pullover gehüllt. Den hatte die Prinzessin von 2006 Niersia Birgit Englert gestrickt. Bis 1 Uhr nachts begleiteten die Gardisten das Prinzenpaar am Samstag, und morgens um sechs waren die ersten schon wieder auf dem Markt. Das Team um Klaus Hülsenhaus sorgte für Strom. 80 bis 90 fleißige Helfer waren beim Biwak im Einsatz, wie Organisator Herbert Schiffer erklärte. Auch der Ratskeller, der für ein Jahr leer stand, war für einen Tag wieder geöffnet. Die Gardisten machten es möglich. An den Karnevalstagen werden sie den Ratskeller noch einmal bewirtschaften.
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