Heyden: Ein Schmuckstück und ein totes Haus
VON NADINE FISCHER - zuletzt aktualisiert: 12.10.2009 - 15:28Heyden (RPO). Walter Schlaugat wohnt in einem richtigen Schmuckstück. „Das ist das schönste Haus im Ort“, bescheinigt Karl-Heinz Pongs dem Malermeister. 2003 hat Schlaugat es innen komplett umgebaut, Deckenbalken und Lehmziegel ausgetauscht, neuen Kalkputz aufgebracht.
Jetzt sieht das Fachwerkhaus an der Unterheydener Straße wieder mindestens so hübsch aus, wie zu seiner Entstehungszeit etwa Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts.
Das hellgrüne Haus auf der anderen Straßenseite hat hingegen wahrscheinlich schon bessere Zeiten gesehen, es wirkt verlassen und renovierungsbedürftig.
Dennoch, „ab und zu kommen Interessierte und sehen es sich an“, erzählt Walter Schlaugat. Schließlich ist es das Elternhaus eines berühmten Gladbachers: das „Tote Haus UR“ des Konzeptkünstlers Gregor Schneider, dessen Tunnel-Installation END kürzlich noch in das Museum Abteiberg führte.
UR, das steht für „Unterheydener Straße“ und „Rheydt“. Schneider baut das Haus seit 1985 immer wieder um. Er zieht falsche Wände, lässt Fenster ins Nichts aufgehen, installiert Motoren. Seine Räume baut er dann in Varianten andernorts wieder auf, wie zum Beispiel im Museum of Modern Art in New York oder 2001 bei der Biennale in Venedig, wo er für das Haus den Goldenen Löwen bekam.
Umbau mal zwei
Einen Preis für sein Fachwerkhaus hat Walter Schlaugat zwar nicht bekommen, doch immerhin trägt es die Denkmalschutz-Plakette. Im Grunde genommen hat der Malermeister in den vergangenen Jahren nichts anderes gemacht, als Gregor Schneider gegenüber – nämlich umbauen. Dass er seine Räume mal im Museum ausstellt, ist aber wohl eher unwahrscheinlich.
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