Mönchengladbach: Ein Sommerclub für Gladbachs Leseratten
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 13.06.2007Mönchengladbach (RPO). Es ist so wie in der Fußball-Bundesliga: Der Meister wird immer gejagt. Die Titelträger des Vorjahres, Matheesan Muthulingham und Bavetheram Teyadevan, können auf die stolze Zahl von 30 verweisen – nicht Meistertitel, sondern Bücher. Und die lasen die Jungs als Mitglieder des Sommerlese-Clubs in den sechs Wochen Sommerferien 2006. Wenn in wenigen Tagen der Startschuss für die neue Aktion fällt, dann können beide ihren Titel als Lesemeister nur dann verteidigen, wenn sie sich die wenigen noch zur Verfügung stehenden Club-Mitgliedskarten holen, die für 10- bis 13-Jährige bestimmt sind. Denn das Gros der Aktion kommt aus neun Gladbacher Schulen. Gibt’s neue Bücher? Ja. Um den Lesehunger der Kinder zu stillen, hat sich die Stadtbibliothek kräftig ins Zeug gelegt: 11 000 Euro hat Bücherei-Leiterin Brigitte Behrendt bei vier Sponsoren gesammelt (Mayerische Buchhandlung, Santander Consumer Bank, Förderverein der Stadtbibliothek, Verein zur Förderung von Bildung und Kultur), um 1500 brandneue Schmöker für die Zielgruppe zu kaufen. „Und darunter sind nicht nur die Jugend-Bestseller des Jahres, sondern auch spezielle Reihen für Mädchen und Jungen“, sagt sie und raunt: „Das sind freche und coole Bücher.“ Wer darf diese Bücher ausleihen? Nur die 10- bis 13-Jährigen, die auch Mitglied im Sommerlese-Club sind. Die Schüler der neun weiterführenden Schulen – drei Hauptschulen, eine Realschule, drei Gesamtschulen und zwei Gymnasien – sind fest gebucht, etwa 100 Mitgliedschaften werden noch zusätzlich vergeben. „Wer Interesse hat, muss ganz schnell sein“, sagt Bücherei-Leiterin Behrend. Die Mitglieder bekommen eine spezielle Clubkarte, für die sie nichts zahlen müssen. Die Organisatoren rechnen mit 800 bis 1000 Mitgliedern (Vorjahr: 513). Die Ausleihzeit pro Buch liegt für alle bei zwei Wochen. Müssen sie Bedingungen erfüllen? Ja. Wer am Ende ein von NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers unterschriebenes Zertifikat bekommen will, muss mindestens drei Bücher gelesen haben. Nur dann vermerken die beteiligten Schulen diese Leistung auch im nächsten Halbjahreszeugnis. Die Bücherei-Mitarbeiter unterhalten sich mit den Club-Mitgliedern über die Bücher, so dass auch klar ist, dass gelesen wurde. In diesem Fall bekommen die Leseratten einen Stempel in das Sommerlese-Logbuch. Gibt’s Sonderleistungen? Auch die bietet die Stadtbibliothek an. So können Schulen Führungen in den Büchereien Gladbach und Rheydt in Anspruch nehmen. Eine Beach-Party für Mitglieder ist für den 24. August vorgesehen. Wer die Grundbedingungen erfüllt, bekommt für ein halbes Jahr einen Schnupperausweis für die Bücherei – ohne dafür zahlen zu müssen. KOMMENTAR
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