Mönchengladbach: Ein "Wohn-Wagen" für die Garde
VON NADINE FISCHER - zuletzt aktualisiert: 19.01.2009Mönchengladbach (RPO). 2500 Arbeitsstunden haben die Wagenbauer Horst Goldapp und Heinz Miewes investiert, um die Karnevalswagen der Prinzengarde zu verschönern. Sie sorgten mit Küchenzeile, gefliesten Bädern und Plastikblumen vor den Fenstern für eine echte Luxusausstattung
Lürrip Wenn Horst Goldapp über die beiden neu hergerichteten Karnevalswagen der Mönchengladbacher Prinzengarde spricht, strahlt er ganz verzückt. Dann purzeln Sätze wie "Da drin steckt so viel filigrane Arbeit", "Das ist das erste Mal, dass ich so ins Detail gegangen bin" oder "Wenn Sie die Innenausstattung sehen, fallen Sie um", reihenweise aus seinem Mund.
Gemeinsam mit Heinz Miewes hat Goldapp die beiden jeweils rund zwölf Meter langen Gefährte in rund 2500 Arbeitsstunden gebaut. Gestern präsentierten sie den Mannschaftswagen "Vorburg" und den Kommandowagen "Kasematte" in der Wagenbauhalle der Prinzengarde am Fleenerweg. "Gucken Sie mal", sagte der Vorsitzende der Garde, Horst Trumm, und öffnete im Innern der Vorburg vor ein paar Schaulustigen eine weiße Holzschranktüre. 66 Gläser standen in dem Schrank, jedes in einer eigens eingebauten Vertiefung – in etwa so wie bei einer Palette Jogurts im Supermarkt. Nicht minder stolz verwies Trumm auf die Küchenzeile mit fließendem warmen und kalten Wasser, die beiden kleinen gefliesten Bäder und die zwei Toiletten mit Druckspülung.
"Eigentlich könnte man hier drinnen wohnen", meinte er und lachte. Die Vorburg ist im vergangenen Jahr zum ersten Mal im Veilchendienstagszug mitgefahren, damals gab es die Küche noch nicht, und viele Details am Äußeren des Wagens fehlten. Nach mehr als 2500 Arbeitsstunden haben Horst Goldapp und Heinz Miewes nun ihr Werk vollendet und außerdem noch der Kasematte einen neuen Anstrich sowie frische Details verpasst.
So ziert die Kasematte einen Kanonier samt Kanone – und in einer aus Holz gesägten Pulverwolke steht der rote Schriftzug "Prinzengarde". Vor den Fenstern der Vorburg blühen nun zum Beispiel bunte Plastikblumen in Blumenkästen, und ein Gardist in roter Uniform mit goldenen Stoffapplikationen reitet auf einem Schimmel. An den Wagen prangen außerdem hölzerne Hellebarden und Morgensterne. "Die Vorburg sieht klasse aus", meinte die Tanzmeisterin der Prinzengarde, Denise Wiessner. "Der Wagen könnte auch im Kölner Rosenmontagszug mitfahren", ergänzte sie – "und solche Fliesen wie hier in den Bädern haben manche nicht mal zu Hause". Denise Wiessner hat schon ihre Bewerbung abgegeben, um einen der 36 Plätze auf der Vorburg beim Veilchendienstagszug zu ergattern. Wer mitfahren will, muss sich nämlich anmelden, und der Vorstand wählt die Glücklichen aus.
Auch der ehemalige Feldmeister der Garde, Burkhard Ernst, würde gerne auf einem der Wagen mitfahren. "Ich muss mich noch anmelden", erzählte er und lobte die tolle Arbeit der beiden Baumeister. Wenn Ernst keinen Platz auf einem Wagen bekommt, findet er das aber auch nicht schlimm: "Ich bin auch bei der Kavallerie", sagte er. "Wenn es mit den Wagen nicht klappt, geh' ich halt aufs Pferd."
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