Mönchengladbach: Einbrüche: Gladbach trotzt dem Trend
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 06.04.2009Mönchengladbach (RPO). Walter L. hat eigentlich gedacht, dass es ihn nie treffen würde. Dann geschah es doch: Während er mit seiner Frau bei Freunden einen netten Abend verbrachte, wurde bei ihm zu Hause eingebrochen. Die Täter waren über den rückwärtig gelegenen Garten gekommen, hatten ein Fenster aufgehebelt und anschließend alles durchwühlt. "Alle Schubladen waren aufgerissen, alle Schränke geöffnet. Und überall verstreut lagen Kleider- und Wäschestücke", erzählt der Rentner. Gestohlen hatten die Einbrecher Schmuck und ein bisschen Bargeld.
Alte Erinnerungsstücke
Den materiellen Schaden haben Walter L. und seine Frau schnell verkraftet, auch wenn zur Diebesbeute alte Erinnerungsstücke gehörten. "Viel schlimmer war, dass wir uns in den eigenen vier Wänden nicht mehr sicher fühlten", erzählt L. "Das Wissen, dass jemand mit seinen Händen in unseren Sachen gewühlt hat, hat meine Frau fast verrückt gemacht. Sie hat alle Kleider und die gesamte Wäsche gewaschen. Und als das noch nicht reichte, hat sie alles verbrannt." Selbst heute, mehr als zwei Jahre nach dem Einbruch, kontrolliert das Ehepaar jeden Abend vor dem Zubettgehen, ob alle Türen und Fenster, die längst alle eine Sondersicherung haben, fest verschlossen sind.
Kriminaldirektor Ulrich Flocken weiß aus Erfahrung: "Opfer von Wohnungseinbrüchen haben oft einen enormen Betreuungsbedarf." Straßenkriminalität und Wohnungseinbrüche gehörten zu den Delikten, die das Sicherheitsempfinden erheblich beeinträchtigen,. Umso erfreuter ist Flocken, dass es in der Stadt im vergangenen Jahr weniger Raubüberfälle und weniger Wohnungseinbrüche gab. Die Zahl der Einbrüche verringerte sich sogar um knapp 20 Prozent. Zum Vergleich: Landesweit wurden 1,6 Prozent mehr Einbrüche verzeichnet. In Mönchengladbach brachen Täter im vergangenen Jahr 451-mal in fremde Wohnungen und Häuser ein, im Vorjahr wurden noch 562 Fälle bei der Polizei angezeigt.
Möglicherweise hängt der Rückgang der Einbruchs- und Straßenkriminalität auch mit dem Programm für erwachsene Intensivtäter zusammen, das bei der Polizei bereits im Jahr 2006 zusammen mit der Staatsanwaltschaft gestartet wurde. Besonders in Visier genommen werden dabei Serientäter, so genannte "schwere Jungs". "Von den 9956 Tatverdächtigen, die wir im vergangenen Jahr ermittelt haben, ist fast jeder zweiter ein alter Bekannter", sagt Ulrich Flocken. Wer im Verdacht steht, besonders viel auf dem Kerbholz zu haben, kommt auf die Liste "EIT" (Erwachsene Intensivtäter). 55-mal ist das passiert.
Die Täter, alles Männer, wurden genau unter die Lupe genommen und zum Teil auch observiert. "Das Ziel ist, ihnen möglichst viele Taten nachzuweisen und sie dann zeitnah zu bestrafen", erklärt Flocken. 36 Täter wurden so ins Gefängnis oder in Therapie gebracht.
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