Mönchengladbach: Eine City – zwei Dauerbaustellen
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 07.08.2009Mönchengladbach (RPO). Ende des Jahres stehen die Unternehmen fest, die beim Bau eines Einkaufscenters am alten Stadttheater in der Endrunde sind. In Rheydt dürfen die Pavillons auf dem Marktplatz verschwinden, der neu gestaltet werden soll. Pläne liegen überall vor. Wie schnell werden sie umgesetzt?
Wenn im Jahr 2007 über die Hindenburgstraße berichtet wurde, tauchten immer drei Buchstaben auf: ECE. Hinter dem Kürzel verbirgt sich die "Einkaufs-Center-Entwicklung". Dabei handelte es sich um eine Investorengruppe aus Hamburg, die am Standort des alten Stadttheaters eine Einkaufsgalerie mit rund 26 500 Quadratmetern Verkaufsfläche bauen wollte. Pläne gab es, und sogar einen Namen hatte das Projekt: "Forum Mönchengladbach." Das ist alles Schnee von gestern. Als sich herausstellte, dass das Projekt europaweit ausgeschrieben werden muss, standen ECE und Stadtplaner wieder ganz am Anfang. Jetzt steht alles wieder auf Null.
Vier noch im Rennen
Nein, ganz so ist es nicht. Immerhin meldeten sich nach der Ausschreibung gleich fünf Bewerber, die eine Einkaufsgalerie bauen wollten. Das Gladbacher Unternehmen Jessen ist zwar ausgeschert, aber vier namhafte Entwickler, Betreiber und Manager von Einkaufszentren sind noch im Boot. Auch die ECE-Gruppe ist dabei, die allerdings inzwischen unter Panta firmiert. Und alle vier – Panta, MFI aus Essen, die Düsseldorfer Concepta und die portugiesische Gruppe Sonae Sierra – sind namhafte Bewerber, die viel Potenzial in Mönchengladbach sehen. Vielleicht ist das der eigentliche Gewinn für die Stadt, nachdem die Zeitverzögerung eigentlich für viel Ärger sorgte: Jetzt kommt wieder eine neue Dynamik in die Planung. Sie muss dabei berücksichtigen, wie die Theatergalerie in die Gesamtkonzeption integriert wird, was mit der Stepgesstraße geschieht, wie durch einen zu gestaltenden Platz vor der Einkaufsgalerie eine neue Mitte entsteht, wie der Busverkehr auf der Hindenburgstraße geordnet wird. In einer Hinsicht schuf der jetzige Rat endlich Klarheit: Alt-Gladbach ist das eigentliche Geschäftszentrum der Gesamtstadt. Die immer noch vorhandene Bipolarität der Stadt mit angeblich gleichrangigen Zentren in Alt-Gladbach und Rheydt ist damit aufgelöst. Doch was heißt das für Rheydt?
Rheydt, Anfang der 90er Jahre ein pulsierendes Zentrum mit zahlreichen kleinen Geschäften, hat in den vergangenen Jahren gelitten. Der Geschäfts-Leerstand ist hoch, weil viele der ehemaligen Einzelhändler inzwischen aufgegeben haben. Niemand weiß derzeit zu sagen, wie es mit Karstadt weitergeht.
Und doch steht Rheydt an einem Punkt, an dem eine Umkehr möglich ist: Das Innenstadtkonzept ist fertig. Es gibt viele Ideen, an denen sich Anwohner und Geschäftsleute beteiligen. Ein verändertes Verkehrskonzept liegt vor. Für den Umbau der Knoten Friedrich-Ebert-Straße, Mühlenstraße und Hohlstraße werden die Arbeiten ausgeschrieben. Der renommierte Planer Professor Kunibert Wachten, der mit seinem Planungsbüro Scheuvens und Wachten das Innenstadtkonzept entwickelt hat, will helfen, damit Rheydt Geld aus einem besonderen Fördertopf des Landes bekommt. Damit kann die 50er-Jahre-Bausubstanz der Häuser verbessert werden.
Entscheidend wird sein, wie der Marktplatz umgestaltet wird. Inzwischen steht fest, dass die Pavillons verschwinden. Doch lässt sich das geplante Gebäude zwischen Hauptkirche und Rheydter Rathaus verwirklichen? Wird das Rathaus umgebaut? Und wenn ja, wie wird es dann aussehen? Rheydt bleibt Thema für die Politik.
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