Mönchengladbach: Eine ganz besondere Mannschaft auf dem Narrenschiff der RP
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 06.02.2008Mönchengladbach (RPO). Für das angekündigte Katastrophen-Wetter war gestern niemand so gut gerüstet wie die Rheinische Post. Klar: Regencapes, Schirme und Mützen hatten viele Jecken dabei. Aber die RP hatte – sicher ist sicher – gleich ein ganzes Schiff. Der berühmte Düsseldorfer Wagenbauer Jacques Tilly hatte es gebaut.
Ein verrückter Polit-Dampfer, auf dem Angela Merkel und Kurt Beck sich ums Ruder balgen und ein kleiner, fliegende Saarländer versucht, das rote Fähnchen des Sozialismus zu hissen. „Rheinisches Prost“ hieß das Berliner Narrenschiff, mit dem sich die RP zum ersten Mal in den Veilchendienstagszug einreihte.
An Bord hatte es tausende RP-gelbe Quietsche-Entchen – und eine ganz besondere Mannschaft. Laura Winnikes (8) war die jüngste RP-Leserin an Bord und warf so viele Enten, Bälle und Süßigkeiten wie möglich zu ihren Klassenkameraden. Mindestens genau so treffsicher war der älteste auf dem Schiff: RP-Leser Jupp Otten stand 20 Jahre selbst in der Bütt, musste aber stolze 86 Jahre alt werden, um zum ersten Mal auf einem Wagen mitfahren zu dürfen. „Das ist ein absolut einmaliges Erlebnis. Die Mönchengladbacher Bevölkerung war einfach spitze“, fasste Otten am Ende bewegt zusammen.
Das konnte Kirsten Henrichs nur bestätigen. Sie hatte sich eigens eine Schärpe mit der Aufschrift „Zur See mit der RP“ gebastelt. Ihr machte es besondere Freude, das Wurfmaterial möglichst gezielt an einzelne Jecken am Zugrand zu bringen. „Viel zu kurz war der Zug“, fand sie am Ende. Und fand sofort Unterstützung von Gabi Lücker: „Von mir aus könnten wir jetzt sofort noch eine Runde fahren.“
Ein Schiff sicher durch den Narrenstrom zu manövrieren, ist auch für die erfahrenen Kapitäne der Rheinischen Post eine ganz besondere Erfahrung. Horst Thoren, stellvertretender Chefredakteur, Ralf Jüngermann, Leiter der Redaktion Mönchengladbach, und RP-Karikaturist Nik Ebert überboten sich gegenseitig im Enten-Weitwurf und kamen kaum zum Schunkeln, Bützen und Trinken. Einhelliges Resumee am Ende: Das war richtig Arbeit. Und richtig klasse.
Zumal die am Anfang am meisten gestellte Frage („Haben wir eigentlich genug Regenumhänge an Bord?“) schon bald niemanden mehr interessierte. Das Narrenschiff der RP – es blieb trocken. Weswegen sich die eingeschworene Crew einen kleinen Seitenhieb gen Düsseldorf nicht verkneifen konnte. Da hatte war das RP-Schiff am Rosenmontag im Dauerregen im Einsatz. Für die Gladbacher ist klar: „Hier in Gladbach ist Karneval halt immer am schönsten.“
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