Mönchengladbach: Eine junge Redaktion
VON CAROLA SIEDENTOP - zuletzt aktualisiert: 09.11.2007Mönchengladbach (RPO). Die Schüler des Hugo-Junkers-Gymnasiums vereinbaren zurzeit Termine mit Promis. Mit dabei: Borussia-Spieler, Oberbürgermeister Norbert Bude, Autorin Rebecca Gablé. Alles für die RP-Aktion „Schüler lesen Zeitung“.
Die Nachwuchs-Journalisten wissen ganz genau, worüber sie schreiben wollen: Mobbing in der Schule, illegaler Musik-Download, der Aufstieg von Borussia Mönchengladbach. An Ideen mangelt es den Zehntklässlern nicht. Und sie schrecken auch vor schwierigen Themen nicht zurück. „Wir wollen zeigen, wie Obdachlose leben, gerade jetzt in der kalten Jahrezeit“, erklärt Rahima Hanna Aziz Safi. Und dafür wollen sie – na klar – direkt selbst mit einem Obdachlosen sprechen. Aber wie genau findet man den richtigen Interviewpartner? Und welches Thema eignet sich für eine Reportage?
Konferenz im Klassenzimmer
1500 Teilnehmer
Die Aktion „Schüler lesen Zeitung“ für Acht- bis Zehntklässler ist ein Leseförderprojekt
Wer Die Rheinische Post bietet es seit 1990 an. Diesmal in Zusammenarbeit mit Promedia, AOK Rheinland/Hamburg und Stadtsparkasse.
Teilnehmer Mehr als 1500 Schüler aus Mönchengladbach und Umgebung machen mit. Beteiligt sind 56 Klassen aus 20 Schulen.
Die Redakteure der RP Mönchengladbach helfen bei solchen Fragen weiter. Denn zur Aktion „Schüler lesen Zeitung“ gehört auch, dass die Journalisten ihre jungen Kollegen in der Schule besuchen – zur Redaktionskonferenz im Klassenzimmer. Rahima und ihre Gruppe interessiert, wie sie ihr Thema am besten angehen. Eine Anlaufstelle haben sie schon: den Sozialdienst katholischer Männer. „Dort werden wir auch mit einem Mitarbeiter sprechen“, sagt die Schülerin. Und vielleicht erfahren sie bei ihrem Besuch, welche Hilfe einer Obdachloser benötigt und sein persönliches Schicksal.
Ein Jahr als Austauschschüler möchten Simone Abarca und Anne Kunze aufarbeiten. Am liebsten als Reportage – und mit ganz viel Gefühl. „Wir wollen mit Eltern und Schülern sprechen, auch über den Abschied“, sagt Simone. Ein Tipp: Wenn die Schüler ihre Koffer packen oder zum letzten Mal sonntags mit der ganzen Familie frühstücken, können die Schülerinnen viele schöne Beobachtungen für ihre Reportage machen. Fakten sind gefragt, wenn Canan und Jeannette ihre Fragen fürs Interview planen: Sie werden einen Lehrer nach seinen Erfahrungen in einer Schule im Ausland befragen.
Die Promis sind auf der Themenliste der Schüler ebenfalls vertreten: Oberbürgermeister Norbert Bude soll den Nachwuchs-Jounalisten einen Einblick in seinen (Arbeits-)Alltag geben, Schriftstellerin Rebecca Gablé den Weg ihres Erfolgs verraten und Borussias Trainer Jos Luhukay, wie die Mannschaft den Aufstieg schafft.
Ria Karkanta und Saskia Niemeyer haben sich für einen Artikel mit ernstem Hintergrund entschieden. „Wir möchten über Mobbing in der Schule schreiben und mit einem Opfer sprechen.“ Was natürlich nicht passieren darf ist, dass das Opfer dadurch noch mehr geärgert wird. Mit Feingefühl werden die Mädchen nun die Sache angehen. Vielleicht rüttelt ihr Artikel ja auch die Mitschüler auf, das Opfer nicht alleine zu lassen.
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