Mönchengladbach: Eine Kirche wird gerettet
VON INGE SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 09.12.2006Mönchengladbach (RPO). Sie schien bereits dem Verfall preisgegeben – die Hauptpfarrkirche am Alten Markt. Wasser ruinierte die Wände, der Chor drohte einzustürzen. Dann wurde sie zur Citykirche, und ein Verein hilft ihr wieder auf die Beine.
Das Wasser hat sich einen Weg gesucht. Und gefunden. Jahrelang ist es ungehindert durch das poröse Dach in die Kirchenwände gesickert. Und hat erheblichen Schaden angerichtet. Die bröckelnden Innenwände der Hauptpfarrkirche St. Mariae, die seit einigen Monaten als Citykirche genutzt wird, erzählen die Geschichte des Verfalls. Das Wahrzeichen am Alten Markt drohte zu verrotten. Am schlimmsten hatte es den Chor erwischt. Einsturzgefahr! Schwere Eisenanker mussten her, um die Stützpfeiler, die schon lange nicht mehr stützten, zu halten. Das Bistum kündigte an, die Kirche einzuzäunen und notfalls dem Verfall preiszugeben. Da taten sich engagierte Menschen zusammen und gründeten den „Bauverein Hauptpfarrkirche Mönchengladbach“.
Dach wird saniert
Erster sichtbarer Erfolg ist das Baugerüst, das vor einigen Wochen an der Nordwand zum Alten Markt hin aufgebaut wurde. Es tut sich was. „Die dringend nötige Sanierung des Dachs und der brüchigen Außenwand konnten wir endlich in Angriff nehmen“, sagt Regionaldekan Dr. Albert Damblon, der im Vorstand des Bauvereins tätig ist. 180 000 Euro haben für diesen ersten Bauabschnitt Land, Bistum und Pfarrgemeinde aufgebracht. 67 000 Euro muss der Verein durch Spenden zusammen bekommen. 1,5 Millionen Euro werden insgesamt für die Rettung des Gotteshauses benötigt.
Damblon ist überwältigt von der Uneigennützigkeit, mit der die Gladbacher ihrer Hauptpfarrkirche die Treue halten. „Wir haben auf engstem Raum zwei katholische Kirchen. Das Münster ist dank des rührigen Bauvereins außen fast komplett saniert. Wir hegen die Hoffnung, dass wir auch in der Hauptpfarrkirche diesen Kraftakt schaffen“, sagt Albert Damblon. Immerh sei dieseKirche nicht nur ein Wahrzeichen der Stadt: „Sie war auch immer die Kirche für die Bürger gewesen. Für die Geschichte des Bürgertums hat dieses Gotteshaus immer eine große Rolle gespielt.“ So passt es auch, dass die Kirche am Alten Markt als Citykirche weiterhin für die Menschen da ist. Als Ort der Einkehr, der Kontemplation und der Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur.
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