Mönchengladbach: Eine Million für Lärmschutz
VON KATHARINA SCHMÜLLING - zuletzt aktualisiert: 07.04.2009 - 12:30Mönchengladbach (RPO). Die Verwaltung möchte lärmbelastete Anwohner von Hauptverkehrsstraßen besser schützen. Für eine Million Euro könnten 170 Wohnungen Dämmfenster bekommen. Dazu könnte Geld aus dem Konjunkturpaket fließen.
Wenn ein großer Lkw nachts über die Bismarckstraße donnert, reisst es manch einen der Anwohner schon mal aus dem Schlaf. Gerade an den Hauptverkehrsstraßen der Stadt bekommen die Menschen tagtäglich bis zu 70 Dezibel auf die Ohren. Mit etwas Glück könnte auch hier das Konjunkturpaket zum Segen werden.
170 Wohneinheiten auf der Liste
Ganz oben auf der Liste steht das Thema Lärmschutz allerdings nicht. Die ersten Maßnahmen für insgesamt 17,6 Millionen Euro sollen bereits Ende April im Rat der Stadt beschlossen werden. Von insgesamt rund 32 Millionen Euro, die Gladbach aus dem Konjunkturpaket erhält, bleiben dann noch rund 14,6 Millionen übrig, über deren Aufteilung im Juni abgestimmt werden soll. Auf dieser Liste: Lärmschutzfenster für 170 Wohneinheiten.
Eine Million Euro sind veranschlagt, um Wohnhäuser an der Friedrich-Ebert-, Rheydter, Korschenbroicher, Bismarck-, Limiten-, Wickrather, Giesenkirchener, Hoemen-, Ruhrfelder, Aachener, Bach-, Dahlener und Mühlenstraße mit Lärmschutzfenstern aus dickeren Scheiben auszustatten. "Die genannten Straßen wurden aufgrund der Lärmkartierung auf die Liste gesetzt", sagt Stadtplaner Jürgen Beckmann auf Anfrage der RP. Sie sind auf der Lärmkarte von Mönchengladbach mit blau gekennzeichnet, also jeden Tag mit rund 70 Dezibel belastet.
An einem Lärmaktionsplan arbeitet die Stadt derzeit noch. Um gegen den Lärm etwas zu tun, sieht Beckmann für die Kommune vor allem zwei Möglichkeiten. Zum einen könne so genannter Flüsterasphalt verlegt werden, ein offenporiger Asphalt, der die Lärmbelastung um etwa drei bis vier Dezibel verringern kann. "Die andere Möglichkeit ist, passiv etwas zu tun, indem die Lärmschutzfenster mitfinanziert werden", sagt Beckmann.
Das Problem: "Das wäre ein freiwilliger Beitrag, der die Kommune nicht unbedingt langfristig entlastet", sagt er. Derzeit ist diese Form des Lärmschutzes keine Pflichtmaßnahme der Stadt. "Es ist natürlich möglich, das sich die Gesetzeslage ändert", sagt der Stadtplaner.
In dem Fall wäre die Mitfinanzierung der Fenster ein Vorgriff auf künftig anfallende Ausgaben. Zuerst müssen allerdings die Vertragsmodalitäten festgelegt werden. "Es ist noch gar nicht geklärt, in wie weit die privaten Eigentümer der Häuser und Wohnungen an der Anschaffung der Fenster beteiligt werden sollen", sagt Beckmann. Ein Diskussionsmodell schlägt einen Eigenanteil zwischen 12,5 und 25 Prozent vor.
Ein weiteres Problem: Auf der Liste, über die der Rat im Juni entscheiden soll, stehen viel mehr Maßnahmen, als Geld im Topf ist. "Der Vorschlag ist auf dem Tisch, was daraus wird, ist noch offen", sagt Beckmann.
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