Mönchengladbach: Eine Minute vor 12
VON INGE SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 23.05.2007Mönchengladbach (RPO). Eile ist geboten: Der Hauptpfarrkirche am Alten Markt, die seit einiger Zeit als Citykirche genutzt wird, drohte der Verfall. Bis sich der Bauverein gründete. Jetzt sind Dach und Nordfassade in Angriff genommen worden.
Ihre unmittelbare Nachbarschaft ist es, die dem historischen Zentrum Mönchengladbachs seine ganz besondere Prägung und markante Schönheit verleiht. Die Nähe von Münster und Hauptpfarrkirche ist es aber auch, die fast zu einem gewaltigen Problem geworden wäre – für die Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt, die seit geraumer Zeit als Citykirche fungiert. Und die dem drohenden Verfall preisgegeben schien.
Sie stand nämlich zeitweise hinten an, als deutlich wurde, dass beide Gotteshäuser dringend saniert werden mussten. Da war zuerst dieBasilika Minor an der Reihe, die jetzt bis auf wenige Handgriffe fertig restauriert auf dem Abteiberg steht. Für die Citykirche ist es inzwischen aber nicht mehr 5 vor 12. „Es ist eine Minute vor zwölf“, sagt Architekt Wilfried Kaufmann. Unter seiner Regie wurden die Arbeiten am Münster ausgeführt, und auch die Hauptpfarrkirche betreut der Fachmann.
Spenden benötigt
Bauverein Hauptpfarrkirche Mönchengladbach
Vorstand Anne-Rose Jansen, Dr. Albert Damblon, Dirk Heinemann, Willi Oberließen
Spenden SSk Mönchengladbach, Konto 3 101 698, BLZ 310 500 00; Gladbacher Bank, Konto 70 247 011, BLZ 310 601 81; Volksbank Mönchengladbach, Konto 1007 1510 19, BLZ 310 605 17.
Kontakt Tel. 0 21 61 / 8 54 00.
Bauverein wurde aktiv
180.000 Euro musste der im vergangenen Jahr nach dem Vorbild des Münsterbauvereins gegründete „Bauverein Hauptpfarrkirche“ für die dringendsten Rettungsmaßnahmen zusammen bekommen. Die Summe trugen Land, Bistum und Stadtsparkasse sowie die Pfarrgemeinde selbst zusammen. Die Arbeiten an Dach und Mauerwerk haben – gut sichtbar für die Passanten auf dem Alten Markt – begonnen. Aber wie immer in solchen Sanierungs-Fällen, stießen die Fachleute auf Überraschungen. „Erst auf dem Gerüst, Auge in Auge mit den Schäden, konnte wir deren wirkliches Ausmaß sehen“, sagt Kaufmann.
Beispielsweise wurden Schludrigkeiten bei früheren Umbauten und Renovierungen deutlich. Und zur großen Überraschung der Experten stellte sich heraus, dass der ursprünglichen Ziegelfassade eine „Schale“ aus Tuffstein vorgesetzt wurde. „Allerdings ohne Verbindung zur ursprünglichen Mauerfläche“, erklärt Wilfried Kaufmann. „Dies hat dazu geführt, dass sich Hohlräume gebildet haben.“ Die natürlich erhebliche Folgeschäden, wie Risse und Abplatzungen nach sich zogen. Die Folge: Hohlkammern müssen verpresst, Steine ausgetauscht und neu verfugt werden.
Eine wichtige Maßnahme ist die Dachsanierung. Die perforierten Regenrinnen, in denen über Jahre Birken, Kletten, Moose und Algen mit ihrem Wildwuchs für gravierende Schäden sorgten, müssen ersetzt, die Schiefereindeckung erneuert werden.
„Wir haben ursprünglich Gesamtkosten von 1,5 Millionen Euro für die komplette Sanierung kalkuliert“, sagt Dirk Heinemann vom Vorstand des Bauvereins. „Damit werden wir nicht auskommen.“ Deshalb sei das A und O die Spendenbereitschaft der Bürger. „Ohne Hilfe werden wir die Hauptpfarrkirche nicht retten können.“
Weitere Bilder von der Citykirche am Alten Markt gibt es bei www.rp-online.de/moenchengladbach
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