Mönchengladbach: Elf Enthüllungen für 2011
VON ANDREAS GRUHN - zuletzt aktualisiert: 31.12.2010 - 16:26Mönchengladbach (RPO). Bei uns dreht sich heute alles um die Elf: ein quirliger Elferrat aus Rheydt, ein neuer Text für die "Elf vom Niederrhein", die elf kuriosesten Polizeieinsätze. Und wir verraten an dieser Stelle die elf wichtigsten Neuigkeiten im neuen Jahr.
Wir würden nur nicht darauf wetten, dass sich alle Prophezeiungen so erfüllen.
1. Mfi wird umbenannt. Dieser Name klang doch arg nüchtern: Management für Immobilien. Angesichts der Champagnerlaune, die beim nun beginnenden Bau des HDZ (siehe 2.) entsteht, braucht es etwas Spritzigeres, Euphorischeres, etwas, das die Sehnsüchte nach Millionen für das Stadtzentrum dezent umschmeichelt. Nach ungesicherten Informationen soll es sich bei dem neuen Namen für Mfi um "Mönchengladbach findet Investor" handeln. Da knallen die Korken, ne? Einmal in Sektlaune verspricht die FWG, auf rechtliche Schritte zu verzichten. Und die SPD plant auch nicht, das Stadttheater unter Denkmalschutz zu stellen.
2. HDZ wird auch umbenannt. Die Jubelstürme über ein neues Einkaufszentrum dringen auch nach Kroatien durch. Die dort ansässige Partei HDZ (Hrvatska demokratska zajednica/Kroatische Demokratische Union) beschließt nach Mfi ebenfalls, sich einen neuen Namen zu geben: Trgovina i servis Centar, was soviel heißt wie: Handels- und Dienstleistungszentrum. Nachdem allerdings durchsickert, dass das HDZ nun Arcaden heißt, bildet sich in Kroatien eine neue Opposition gegen das Projekt. Reinhold Schiffers gelingt es in Diskussionen auf den Marktplätzen von Zagreb und Eicken, die Wogen zu glätten.
3. Bude bleibt. Nicht allzu viele Gladbacher lassen sich von einer Wahl einen der 52 jährlichen Sonntage verderben. Von dieser Pein wird die Bevölkerung in diesem Jahr befreit. Es wird nicht gewählt. Allerdings verpassen die Bürger somit auch die Ergüsse modernster Grafik-Programme, mittels derer sich Fotos auf Wahlplakaten so herrlich frisieren lassen, dass selbst anerkannten Schönheits-Experten im Landtag die Falten in die Hose rutschen. Ein Nicht-Wahljahr hat aber noch einen anderen Effekt: Bude wechselt nicht. Weder nach Düsseldorf, noch in die Opposition. Jetzt haben wir Planungssicherheit.
4. Borussia ist ein Karnevalsverein. Eine dreifache Rakete, Konfetti, Konfetti und Halt Pohl! auf Borussia. Der Verein plant angesichts seines 111. Geburtstags, sich als Karnevalsverein zu outen. Der Tusch ersetzt die Torhymne Döp Döp Döp, Mannschaftskapitän Filip Daems wird Sitzungspräsident. Raúl Bobadilla bekommt eine Narrenkappe in Rot, Logan Bailly wird Hoppediz und Tobias Levels Chef-Büttenredner. Gesucht wird noch ein Mariechen für das offensive Mittelfeld. Und weil es so schön ist, verlängert Borussia die Session bis zum letzten Spieltag. Dann kommt es zur Galasitzung im Stadion, auf der die Mitglieder über neue Schalpflichten für musizierende Gastarbeiter aus Köln entscheiden. Das wird deshalb wichtig, weil Köln mit absteigt. Bis dahin: Heiter weiter.
5. Das Finale der Frauen-WM wird verlegt. Karl Sasserath hat eine offizielle Beschwerde an die FIFA gerichtet. Die Bestimmung der Spielorte bei der Frauenfußball-WM 2011 sei nicht sauber gelaufen. Außerdem sei Rheydt nicht viel kleiner als Katar, verfüge über Goldvorkommen im Müllberg, und das Grenzlandstadion sei naturklimatisiert. Dem wachsenden politischen und monetären Druck aus Rheydt beugt sich der Fußball-Weltverband gerne und verlegt das Endspiel von Frankfurt ins Grenzlandstadion. FIFA-Präsident Sepp Blatter ist glücklich: "Wir eröffnen dem Fußball ganz neue Regionen."
6. Rheydt bekommt die Tour de France. Nach dem großen Erfolg des Endspiels im Grenzlandstadion entdeckt auch die internationale Radsportszene Rheydt für sich. Folgende Faktoren sprechen für Rheydt als Zieletappe der Tour: Die Erfahrung mit dem NVV-Radrennen, die Radstation am Bahnhof erlaubt raschen Materialwechsel, und die Drive-In-Apotheke im Medicenter.
7. Wanloer entdecken neue Therapie gegen Volkskrankheit. Magengrummeln ist in Verbindung mit Blähungen sehr unangenehm. Nach tief gehender Analyse ist klar, dass es sich beim Auslöser des Unwohlseins im Verdauungstrakt um aufgestauten Unmut handelt. Über Biogasanlagen, unterirdische Bahnhöfe, egal was. Also verschafft der Wanloer dem Ärger Luft und entdeckt: Erstens geht es ihm danach viel besser. Und zweitens bestätigt die Protestwolke die Befürchtung, welche Auswirkungen der Bau der Anlage auf die frische Landluft haben könnte. Die Politik sieht ein, dass es sich nicht bloß um heiße Luft handelt und lädt Bürger noch einmal zur Anhörung ein. So setzt Wanlo einen neuen Trend Verstopfung und Reformstau.
8. Haus Westland blüht auf. Nachdem der Verein Einladung zum Paradies in Eicken seine Zelte abbricht, finden die Salafisten eine neue Unterkunft: Haus Westland. Das wird interkulturell als Zeichen der Öffnung dem Westen gegenüber verstanden. Verfassungsschutz, Bundesnachrichtendienst und CIA verlegen ihre Zentralen ebenfalls in das Bauwerk. In Geheimdienstkreisen wird die unerschütterliche Festung am Bahnhof nun "Tora-Bora" genannt. Der hübschen Flure wegen. Die Stadt versiegelt das Haus, die CDU verhindert den Abriss, die FDP schreit nach Mfi (siehe 1.), die SPD stellt es unter Denkmalschutz.
9. Beatles planen Reunion im Hockeypark. Nachdem Paul McCartney und Ringo Starr auch mitgekriegt haben, wie toll der Hockeypark ist, versuchen die beiden, eine Wiedervereinigung der Beatles zu starten. René Pütz und Walter Maaßen erklären sich bereit, die verstorbenen John Lennon und George Harrison zu ersetzen. Als Teufelspianist Sascha Klaar und Engelslöckchen Heino auch mitmachen wollen, blasen McCartney und Starr die Sache ab. Klaar und Heino treten immerhin als Duo in der Marienkirche auf – die neu geweiht werden muss.
10. Die NVV führt das Cable Car ein. In Kooperation mit dem MKV fahren auf der Hindenburgstraße bald nur noch Cable Cars. Die Fahrgäste ziehen die Bahn per Muskelkraft eigenhändig den Berg hinauf. Vortrommler ist MKV-Boss Bernd Gothe, der den Kunden vorsingt: "Mach mit! Busfahren hält fit!"
11. Die Stadt hat eine Lösung für das JHQ. Intern ist längst klar, was mit dem JHQ passieren soll, wenn die Briten abziehen. Das Ordnungsamt errichtet dort sein Ausbildungs-Camp für den Kommunalen Ordnungsdienst. Training für den Service am Spaziergänger auf Hundewiesen. Und ein Testgelände ist für die GEM reserviert, die dort überprüft, ab welcher Schneehöhe Räumfahrzeuge nicht mehr durchkommen. Auf dem restlichen Gelände bunkert die Stadt Büro-Container, um sie eines Tages einer sinnvollen Nutzung zuzuführen.
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