Mönchengladbach: Elf Unfalltote in 13 Monaten
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 07.02.2012Mönchengladbach (RP). Bei jeder Polizeikontrolle fallen 50 bis 200 Temposünder auf. Mancher Raser hat dabei mehr als doppelt so viel auf dem Tacho wie erlaubt. Welche fatalen Folgen zu hohe Geschwindigkeiten haben können, zeigte der jüngste Unfall.
2011 starben zehn Menschen auf Mönchengladbachs Straßen, in diesem Jahr ist eine Verkehrstote hinzugekommen: Sabrina K., 24 Jahre. Sie war die Beifahrerin eines 17-Jährigen, der nicht nur ohne Fahrerlaubnis unterwegs war, sondern offenbar auch viel zu schnell fuhr.
Kein Halt vor roten Ampeln
Zu hohe Geschwindigkeit ist Unfallursache Nummer eins. Trotzdem verzeichnet die Polizei bei ihren Kontrollen immer noch zu viele Raser. Am vergangenen Freitag stoppte sie einen 20-Jährigen auf der Kaldenkirchener Straße, der mit "100 Sachen" unterwegs war.
Vor fünf Tagen erwischten die Ordnungshüter 157 Temposünder in der Innenstadt, 51 davon an der vorab angekündigten Messstelle an der Theodor-Heuss-Straße. Am 31. Januar fuhr ein 32-Jähriger mit 92 km/h in eine Kontrolle an der Aachener Straße. Am gleichen Tag lieferten sich zwei Autofahrer auf der Theodor-Heuss-Straße ein Rennen. Ihre Spitzengeschwindigkeiten: über 100 km/h.
Die Liste ließe sich noch weiter fortsetzen. "Gerade auf den mehrspurigen Hauptverkehrsstraßen wird häufig zu schnell gefahren, obwohl wir hier oft kontrollieren", sagt Polizeisprecher Peter Spiertz. Selbst von roten Ampeln ließen sich etliche nicht stoppen. Ein gefährlicher Verkehrsverstoß, der immer häufiger beobachtet werde, sagt Spiertz.
Geschwindigkeit entscheidet über Leben und Tod. "Wer mit 30 km/h frontal angefahren wird, bliebt auf der Haube liegen, bei 50 km/h fliegt der Angefahrene über das Autodach, bei 70 km/h gibt es kaum noch eine Überlebenschance", sagt der Polizeisprecher. Um das Bewusstsein für eine angepasste Fahrweise zu schärfen, will die Polizei ihre Kontrollen noch einmal verschärfen. Sie wird sich am Freitag, 10. Februar, an der landesweiten Aktion "Brems dich – rette Leben!" beteiligen.
Die Polizei wird an diesem Tag besonders intensiv, überwiegend offen erkennbar insbesondere auf folgenden Straßen kontrollieren: Kaldenkirchener Straße, Theodor-Heuss-Straße, Korschenbroicher Straße, Fliethstraße, Waldnieler Straße, Sternstraße, Hermann-Piecq-Anlage, Hohenzollernstraße, Künkelstraße, Krefelder Straße, Aachener Straße, Gladbacher Straße, Limitenstraße, Odenkirchener Straße Dahlener Straße, Stadtwaldstraße, Mennrather Straße und Reststrauch.
Polizeioberrat Jörg Malejka: "Auch nach dem 10. Februar werden die Kontrollen fortgesetzt, insbesondere dort, wo Fußgänger und Radfahrer besonders gefährdet sind, aber auch an Stellen, an denen man vielleicht nicht mit einer Kontrolle rechnet". Rasen sei oft Einstellungssache. Wer an der einen Stelle zu schnell fährt, tut dies auch anderswo. "Notorische Raser wollen wir aus dem Verkehr ziehen, gegebenenfalls auch längerfristig. Denn die Fahrerlaubnis kann bei hartnäckigen Verkehrssündern entzogen werden, weil sie zum Führen von Kraftfahrzeugen nicht geeignet sind", sagt Malejka.
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