Mönchengladbach: Eli kommt als Herzzentrum in Frage
VON DIRK RICHERDT - zuletzt aktualisiert: 26.05.2010Mönchengladbach (RPO). Der Idee des Mönchengladbacher Landtagsabgeordneten Norbert Post (CDU), die Stadt könnte von der Ansiedlung eines Herzzentrums profitieren, schließt sich Horst Imdahl, Geschäftsführer der Städtische Kliniken GmbH, an.
Zunächst sah Imdahl dafür das Gelände der Hardterwald-Klinik als geeignet an. "Doch inzwischen hören wir von Fachleuten, dass ein Herzzentrum auf der grünen Wiese nicht die richtige Wahl wäre", so Imdahl. Die bessere Verkehrs-Infrastruktur des Elisabeth-Krankenhauses in Rheydt hingegen lasse diesen Standort für eine herzchirurgische Klinik als günstiger erscheinen. Da nach der Landtagswahl jedoch noch keine Landesregierung in NRW installiert ist, muss auf einen neuen Landesbedarfsplan für Kliniken gewartet werden.
Schwesternwohnheim abgerissen
Einen Dämpfer haben die Bestrebungen erlitten, in Mönchengladbach ein Herzzentrum mit Unterstützung von Prof. Reiner Körfer zu errichten. Der langjährige, inzwischen pensionierte Chefarzt des renommierten Herzzentrums Bad Oeynhausen leitet seit einem Jahr eine private Herzklinik in Essen, die dem dortigen Elisabeth-Krankenhaus angeschlossen ist. Nun hat die Essener Klinik mit 50 Mitarbeitern Insolvenzantrag gestellt. Wie das Onlineportal der WAZ meldet, fehle der Klinik noch immer die Zulassung für die Operation von Kassenpatienten in der Herzchirurgie. Unter dem neuen Chefarzt Körfer sei die Zahl der Operationen zwar gestiegen. Doch dies widerspricht möglicherweise geltenden Bestimmungen. Imdahl vermutet, dass die Essener Klinik nur Notfälle für Herzoperationen versorgen darf. Es sei vorstellbar, dass der Chefarzt Körfer allen Patienten diesen Status zuerkannt habe.
Ob die gegenwärtigen Abrechnungsprobleme sowie Mobbing-Vorwürfe gegen den Essener Herzspezialisten Körfer die geplante Beratertätigkeit Körfers für eine Herzklinik in Mönchengladbach infrage stellen, dazu mochte Imdahl sich gestern nicht äußern. Auf dem Gelände des "Eli" wird derzeit das Schwesternwohnheim abgerissen. "Der Bedarf dafür ist nicht mehr gegeben, es wohnten keine Schwesternschülerinnen mehr darin", begründete Horst Imdahl die Maßnahme. Der Abriss stehe jedoch nicht in Zusammenhang mit dem Entstehen eines Herzzentrums, unterstrich Imdahl. "Wir schaffen so Platz für neue Parkplätze, davon haben wir eh zu wenige."
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