Mönchengladbach: Eltern wollen Schaffner anzeigen
VON INGE SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 25.06.2009 - 21:01Mönchengladbach (RPO). Für Tom und Tatjana ist es reine Routine, zwischen Mönchengladbach und Wegberg zu pendeln. Seit der Trennung ihrer Eltern vor zweieinhalb Jahren benutzen der Neunjährige und seine elfjährige Schwester dazu die Schwalm-Nette-Bahn. Am Donnerstag ging das schief.
Ihr Vater, Thomas Giesen, hatte sie in Gladbach in den Zug um 7.32 Uhr gesetzt. In Wegberg, wo die Kinder leben und zur Schule gehen, wartete ihre Mutter, Andrea Giesen.
Tom und Tatjana kamen nicht an. Ein Kontrolleur hatte ihre Fahrkarten beanstandet und sie des Zuges verwiesen. Die Tickets reichten nicht aus für die gesamte Fahrstrecke. So schildern es die Kinder.
Weinend hatten die Kinder dann auf dem Bahnsteig im ländlichen Arsbeck gestanden. "Wir wussten nicht, wie wir nach Hause kommen sollten", sagt Tatjana. Eine junge Frau tröstete die Geschwister und gab ihnen ihr Handy, damit sie ihre Mutter anrufen konnten.
Der Kontrolleur bestreitet die Vorwürfe. Er habe die Personalien der Kinder aufgenommen, sie aber nicht des Zuges verwiesen. Sie seien freiwillig ausgestiegen. "Unsinn", sagt Andrea Giesen, "warum sollten meine Kinder in einer fremden Gegend den Zug verlassen. Das haben wir ihnen strengstens verboten. Wir werden den Zugbegleiter verklagen".
Nach ähnlichen Fällen hatte die Bahn ihre Mitarbeiter angewiesen, keine Minderjährigen auszuweisen. "Sollte es sich so zugetragen haben, wie die Kinder es schildern, müssten wir Maßnahmen gegen den Mitarbeiter einleiten", so ein Bahn-Sprecher.
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