Mönchengladbach: Endlich – ein neues Altenheim
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 15.01.2008Mönchengladbach (RPO). Jahrelang blockierten Nachbarn den Neubau des Giesenkirchener Altenheims. Jetzt hat sich der Caritasverband mit ihnen geeinigt. Vermutlich ab August wird gebaut. Das Projekt kostet sieben Millionen Euro.
Als der Neubau des Giesenkirchener Altenheims auf der Kippe stand, da gingen Senioren und Mitarbeiter für ihr Haus auf die Straße. Heute wissen sie: Der Einsatz hat sich gelohnt. Der Caritasverband als Träger hat sich mit den Nachbarn geeinigt und will im August mit den Arbeiten beginnen. „März nächsten Jahres sollen 84 ältere Menschen bereits in einen neuen Gebäudetrakt umziehen. Vier Monate später wird alles fertig sein“, sagt Gladbachs Caritasverbands-Geschäftsführer Otto Nieswand. Großer Wermutstropfen: Die Finanzierung des Sieben-Millionen-Projekts wird für den Wohlfahrtsverband teurer als geplant. In der Zwischenzeit sind die Hypothekenzinsen gestiegen, höhere Baupreise fallen an, die Mehrwertsteuer-Erhöhung belastet außerdem. „Wir müssen etwa zehn Prozent mehr Geld aufbringen“, hat Nieswand ausgerechnet.
Zur Geschichte
1898 stand auf dem Gelände des Altenheims das pfarrliche Krankenhaus St. Josef.
Vor rund 40 Jahren wurde es in ein Altenheim umgewandelt.
2005 und 2007 gab es bereits Ausschreibungen. Wegen der Einsprüche war ein Neubau nicht möglich.
80 Arbeitsplätze hält die Einrichtung derzeit vor, 74 ältere Menschen werden betreut.
Ist der Neubau fertig, ziehen 84 Senioren ein.
Kuh endlich vom Eis
Bereits im Jahr 2000 gab es erste Pläne, das bestehende Altenheim an der Konstantinstraße an diesem Standort um- und auszubauen. Nachdem dieses Vorhaben zwischenzeitlich auf Eis lag, intensivierte der Caritasverband seine Bemühungen vor drei Jahren. Die Probleme fingen an, als die Experten feststellten, dass es zwar einen Nutzungsplan, aber keinen gültigen Bebauungsplan für das Gebiet gab. Sofort lagen Bedenken von Anwohnern vor, und als diese nach zahlreichen Gesprächen und Verhandlungen endlich vom Tisch waren, tauchten wieder neue von anderen Nachbarn auf. Nieswand: „Ohne den enormen Einsatz von Bezirksvorsteher Frank Boss und der Mitarbeiter des städtischen Bauamtes hätten wir die Kuh vermutlich heute noch nicht vom Eis.“
Der Caritasverband hatte sogar überlegt, den Standort in Innenstadt-Lage ganz aufzugeben und an den Rand zu ziehen. „Wir wollen das Altenheim unbedingt im Zentrum behalten. Die Angehörigen haben so besseren Kontakt, und die Senioren haben es nicht weit bis ins Zentrum“, sagt Boss.
Wenn die Gremien – Bezirksvertretung, Bauausschuss, Rat – dem Projekt zustimmen, werden 15 Bewohner im Frühjahr in das Kurzzeit-Pflegehaus nach Holt umziehen und damit den an der Konstantinstraße gelegenen Teil räumen. Dieser Trakt wird abgerissen. Die neuen Wohnungen in drei neuen Gebäuden mit jeweils drei Geschossen entstehen hier und im Garten des rund 4500 Quadratmeter großen Geländes.
Der Verwaltungstrakt, in dem auch die Küche untergebracht ist, verliert die oberste Etage. Der Gesamtkomplex wirkt dann eleganter und nicht mehr so wuchtig. Der Caritasverband wird nach dem Einzug der Senioren neue Konzepte erproben. Nieswand: „Wer will, kann dann den Service wie in einem Hotel in Anspruch nehmen.“
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